12.02.2012, 16:11 Uhr | dapd
Die saarländischen Liberalen ziehen mit ihrem Landesvorsitzenden Oliver Luksic in die Landtagswahl am 25. März. Auf einer Landesvertreterversammlung in Orscholz wurde der Bundestagsabgeordnete am Sonntag mit 83 Prozent der Stimmen zum Spitzenkandidaten gekürt. Mit heftiger Kritik an Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte Luksic zuvor die rund 160 Freidemokraten auf den Wahlkampf eingestimmt.
Der Stil der Saarbrücker Regierungschefin lasse von bürgerlichen Werten nichts mehr erkennen, sagte Luksic mit Blick auf den 6. Januar. Kramp-Karrenbauer hatte an diesem Tag die Koalition aus CDU, FDP und Grünen aufgekündigt. Als Grund hatte die Christdemokratin die wiederholten Personalquerelen innerhalb der FDP genannt.
Luksic übte in Orscholz auch Selbstkritik: "Wir haben zahlreiche Fehler gemacht und unsere Außendarstellung war nicht immer optimal", räumte er ein. Entsprechend schwierig sei nun die Ausgangsposition für seine Partei. Allerdings habe Kramp-Karrenbauer schon länger auf eine große Koalition hingearbeitet, sich dabei aber "verzockt". Der 32-Jährige warf der CDU "jahrelange Misswirtschaft und Vetternwirtschaft" vor.
Seine Partei sei als liberales Korrektiv in der Landespolitik unverzichtbar. Ansonsten drohe dem Saarland eine "Koalition aus zwei sozialdemokratischen Parteien mit einer Opposition nur von links", warnte der FDP-Spitzenkandidat in einer kämpferischen Rede, die von den Liberalen mit stehendem Applaus gefeiert wurde.
Schützenhilfe erhielt die Saar-FDP am Sonntag von Wolfgang Kubicki. Der FDP-Fraktionschef im Kieler Landtag warf Kramp-Karrenbauer Ahnungslosigkeit vor. Die Art und Weise, wie die Ministerpräsidentin den Koalitionsbruch vollzogen habe, sei "unwürdig, stillos und perfide" gewesen.
Während Luksic mit deutlichem Ergebnis auf Platz Eins gesetzt wurde und die Saarbrücker Kommunalpolitikerin Nathalie Zimmer auf Platz Zwei ins Rennen geht, gab es um den dritten Listenplatz eine Kampfkandidatur. Als einziges Mitglied der aktuellen Landtagsfraktion war Karl-Josef Jochem angetreten. Doch der 59-jährige Landtagsvizepräsident zog bereits im ersten Wahlgang den Kürzeren gegen zwei jüngere Mitbewerber.
Auf Platz 3 tritt nun Tobias Raab, Landesvorsitzender der Jungen Liberalen, an. Vierter auf der Landesliste ist Peter Schneider, Platz 5 besetzt Joachim Kiefaber. Sämtliche Umfragen der vergangenen Wochen sehen die saarländische FDP derzeit deutlich unter fünf Prozent. Luksic nannte vor diesem Hintergrund das Ziel, wieder in den Landtag einzuziehen, "eine sportliche Herausforderung".
dapd
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