12.01.2011, 10:52 Uhr | DAPD
München (dapd-bay). Angesichts steigender Wasserstände entlang des Mains drohen in Nordbayern weiter Überschwemmungen. In Würzburg wurde am Dienstag die höchste Meldestufe 4 erreicht, wie der Hochwassernachrichtendienst in München mitteilte. Der Wasserstand betrug am Mittag 6,18 Meter. Der Scheitel des Hochwassers wurde für Dienstagabend erwartet. An den Pegeln entlang des Mains galt überwiegend Meldestufe 3. Ufernahe Gebiete wurden überschwemmt.
An den Main-Zuflüssen kam es verbreitet noch zu Überschreitungen der Meldestufen 1 und 2, an einzelnen Stellen auch der Meldestufe 3. Überwiegend fielen die Wasserstände jedoch oder stagnierten auf hohem Niveau.
Auch in Südbayern gab es noch hohe Wasserstände. An Altmühl und Wörnitz galten die Meldestufen 2 und 3, an der Naab die Meldestufen 1 und 2. Während an Wörnitz und Naab die Pegel fielen, wurde für die Altmühl unterhalb des Altmühlsees noch mit steigenden Wasserständen gerechnet. An der Donau von Regensburg bis zur österreichischen Grenze stiegen die Pegel weiter oder blieben auf hohem Niveau. Es wurden die Meldestufen 1 und 2 erreicht.
Im unterfränkischen Landkreis Kitzingen waren mehrere Straßen wegen Überflutung gesperrt. Die Gemeinde Nordheim sei für kurze Zeit nicht erreichbar gewesen, sagte eine Sprecherin des Landkreises. Einen Weg zu dem Ort habe es nur über die Weinberge gegeben. Weil wegen der Sperrungen keine Busse gefahren seien, hätten die Schüler in Nordheim schulfrei gehabt. Von Überschwemmungen seien vor allem Volkach, Nordheim und Kitzingen betroffen gewesen. In Kitzingen stand das Gelände der Gartenschau in diesem Jahr unter Wasser.
In Würzburg wurden nach Angaben eines Stadtsprechers ufernahe Straßen überschwemmt. Die Innenstadt sei aber durch Schutzwände gesichert, die bis zu einer Wasserhöhe von acht Metern reichten, sagte der Sprecher. Der Leiter des Amtes für Zivil- und Brandschutz, Franz-Josef Hench, rechnete mit dem Höchststand von 6,30 Metern. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wollte sich am Dienstag in Würzburg die Hochwasser-Situation persönlich anschauen. Auch im Landkreis Main-Spessart waren mehrere Straßen gesperrt.
Im unterfränkischen Weilbach im Kreis Miltenberg beschädigte eine Schlammlawine am Dienstag mehrere Fahrzeuge. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei mitteilte. Anwohner wurden gegen 2.25 Uhr durch das Geräusch des abstürzenden Hanges geweckt. Hinter dem Anwesen der Anwohner war der Teil eines Berges abgerutscht. Dabei wurde den Angaben zufolge eine etwa 100 Kubikmeter große Schlamm- und Gerölllawine durch ein Carport bis auf die Straße gedrückt und beschädigte zwei Autos, ein Quad und einen Roller.
Der Deutsche Wetterdienst sagte für die zweite Wochenhälfte starkes Tauwetter und starke Niederschläge in Teilen Bayerns voraus. Mit einer Entspannung der Hochwasserlage rechnete der Hochwassernachrichtendienst daher nicht.
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