12.07.2011, 12:52 Uhr | dapd
Schwerin (dapd-lmv). Die Wälder in Mecklenburg-Vorpommern sollen weiter wachsen, weisen aber zugleich immer mehr kleine Schäden auf. Umweltminister Till Backhaus (CDU) kündigte in Schwerin an, es sei ein "Ziel erster Güte", dass langfristig 30 Prozent des Landes mit Wald bewachsen sein sollten. Derzeit sind es 23,3 Prozent, wie aus dem am Dienstag vorgestellten Bericht über den Waldzustand hervorgeht. Zugleich heißt es in dem Papier, dass nur noch rund ein Viertel der Bäume durch und durch gesund sei.
In den vergangenen vier Jahren wurde für zehn Millionen Euro aufgeforstet und 2.000 Hektar Wald neu geschaffen, das entspricht etwa der Fläche von 2.800 Fußballfeldern. Mecklenburg-Vorpommern sei mit seinen 540.000 Hektar ein im Ländervergleich sehr waldarmes Land, sagte Backhaus. Nur Schleswig-Holstein habe einen noch geringeren Anteil. Dabei seien Wälder wichtig als Kohlendioxid-Speicher und böten unzähligen Tierarten einen Lebensraum.
Der Forst-Referatsleiter im Ministerium, Manfred Baum, ergänzte, dass der Wald insgesamt sehr gesund sei. Etwa 18 Prozent der Bäume zeigten deutliche Schäden - vor allem Eschen und Eichen seien mancherorts vom Absterben bedroht. Seit Jahren nähmen aber kleinere Schäden zu. Während 1996 noch 56 Prozent der Bäume keine Anzeichen von Problemen zeigten, waren es zuletzt nur 27 Prozent gesunde Bäume.
Noch vor der Präsentation der Zahlen kritisierte der Naturschutzbund Deutschland (NABU), die Forstverwaltung holze zu viele Bäume in Naturschutzgebieten ab. Die Behörde ignoriere den Schutzauftrag in "extremer Weise", sagte der NABU-Vorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern, Stefan Schwill. Gerade alte, ausgehöhlte Bäume böten Insekten, Fledermäusen und Siebenschläfern ein Rückzugsgebiet.
Umweltminister Backhaus reagierte auf die Kritik und sagte, wenn tatsächlich in einem Wald beim Holzfällen über die Stränge geschlagen worden sei, dann "gibt es Ärger". Ein wachsender Anteil an Wald bleibe unberührt. Schon jetzt würden zehn Prozent des landeseigenen Waldes unangetastet und der natürlichen Entwicklung überlassen bleiben.
Dennoch seien die Wälder auch ein Wirtschaftsfaktor. Zwischen 2006 und 2010 sei der Holzpreis um die Hälfte angestiegen. "Mit dem Wald kann man wieder Geld verdienen", sagte Backhaus. Das gelte auch für die Forstverwaltung, die im vergangenen Jahr ihre Personal- und Materialkosten habe aus eigener Kraft decken können.
dapd
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