21.01.2011, 13:11 Uhr | DAPD
Potsdam (dapd-lbg). Die Zahl der registrierten HIV-Neuinfektionen in Brandenburg ist im vergangenen Jahr weiter angestiegen. Die Experten des Robert Koch-Institutes erfassten 2010 insgesamt 53 neue Fälle und zählen derzeit 610 infizierte Frauen und Männer im Land, wie Martin Eiser von der Potsdamer Aids-Hilfe am Freitag sagte. Seit der Jahrtausendwende wachse die Zahl der Infizierten bundesweit fast kontinuierlich. Im Jahr 2001 wurden in Brandenburg nur 21 Neuinfektionen registriert.
Eiser führte die steigende Zahl registrierter Fälle auch auf verbesserte Aids-Testangebote zurück. In allen Brandenburger Gesundheitsämtern sind die Tests kostenlos. Dennoch müssten mutmaßlich Betroffene die Hemmschwelle überwinden, sich "auf dem Amt" testen zu lassen, wo sie in kleineren Städten Bekannten und Nachbarn begegnen könnten, ergänzte Sozialarbeiterin Hortense Lademann.
Schwierig bleibe weiterhin die Aufklärungsarbeit in ländlichen Gebieten, sagte Eiser. Nur in Cottbus gebe es eine Aids-Hilfe, die jedoch nicht intensiv in der Prävention arbeite. Man müsse sich "damit abfinden", dass Aids-Prävention und -Behandlung nicht direkt vor Ort stattfinde, sondern oft über Stellen in Berlin abgewickelt werde, sagte Eiser. Aufklärung über richtigen Schutz vor der Viren-Übertragung beim Sex sei nötiger denn je, sagte Lademann. Manche Jugendliche glaubten gar, mit der Antibaby-Pille lasse sich die Gefahr einer Ansteckung minimieren.
Zum bevorstehenden 20. Jubiläum des Aidshilfevereins wollen die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer deshalb Anfang Februar ihre Arbeit auf der Straße verstärken. So werden Helfer kostenlose Pakete mit Kondomen und Informationsmaterial in Potsdamer Straßenbahnen verteilen.
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