26.10.2010, 14:06 Uhr | DDP
Darmstadt (dapd-hes). Der Pharma- und Chemiekonzern Merck erwartet trotz einer nach unten korrigierten Prognose für Umsatz und operativen Gewinn einen laut Vorstandschef Karl-Ludwig Kley "hervorragenden Jahresabschluss". Im dritten Quartal 2010 stiegen die Gesamterlöse gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 25 Prozent auf das Rekordhoch von 2,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Darmstadt mitteilte. Der Nettogewinn kletterte um 45 Prozent auf 215 Millionen Euro.
Bei den Gewinnkennziffern übertraf Merck die Analystenschätzungen, die Gesamterlöse lagen dagegen leicht unter den Prognosen. Den deutlichen Umsatzanstieg im dritten Quartal führte Merck auch auf die im Juli zu einem Kaufpreis von 5,1 Milliarden Euro abgeschlossene Akquisition des US-Biotechnologiespezialisten Millipore zurück. Das organische Umsatzwachstum ohne Millipore lag bei 3,5 Prozent.
Für Verwirrung bei den Anlegern sorgte angesichts der guten Quartalszahlen eine deutliche Rücknahme der Prognose: Das operative Ergebnis soll nun im Gesamtjahr nur noch um 70 Prozent steigen statt der bisher vorausgesagten 90 Prozent. Das Wachstum beim Umsatz wird mit 19 Prozent statt zuvor 21 Prozent vorausgesagt. Bereinigt um Kosten aus den Übernahmen von Serono und Millipore soll das operative Ergebnis allerdings um 58 Prozent statt bisher vorhergesagten 55 Prozent steigen. Die Aktie von Merck, die zunächst kräftig im Plus lag, kippte zeitweise ins Minus und lag gegen Mittag praktisch unverändert zum Vortag bei 61 Euro.
Die Pharma-Sparte Merck Serono steigerte den Angaben zufolge ihre Gesamterlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,7 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Getragen worden sei das Wachstum von den zwei umsatzstärksten Produkten der Sparte, den Biopharmazeutika Rebif und Erbitux, sowie positiven Währungseffekten. Nach Regionen betrachtet seien die Umsatzerlöse am deutlichsten in Japan, Latein- und Nordamerika gestiegen. Das operative Ergebnis legte um 70 Prozent auf 210 Millionen Euro zu.
Die neue Chemiesparte Merck Millipore setzte den Angaben zufolge 574 Millionen Euro um. Von dieser Summe seien 314 Millionen Euro auf die Akquisition entfallen. Das operative Ergebnis des Bereichs halbierte sich allerdings auf 10 Millionen Euro. Die zweite neustrukturierte Chemiesparte Performance Materials, zu der auch der Flüssigkristallbereich gehört, habe ihre Gesamterlöse um 23 Prozent auf 346 Millionen Euro gesteigert, erklärte Merck. Das operative Ergebnis lag mit 152 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor.
dapd
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