07.12.2010, 14:11 Uhr | DAPD
Düsseldorf (dapd-nrw). Minijobs sind in Westdeutschland besonders verbreitet. Das geht aus einer am Dienstag vorgestellten Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung aus Düsseldorf hervor. Demnach gibt es in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz besonders viele Kreise mit hohem Minijob-Anteil. Bundesweiter Spitzenreiter war die Stadt Delmenhorst, wo 34,3 Prozent aller Arbeitsplätze Minijobs waren.
Davon abgesehen ist der Anteil der Minijobber vor allem in ländlichen Regionen sehr hoch. Das könnte nach Einschätzung des WSI-Forschers Alexander Herzog-Stein daran liegen, dass gerade dort viele Paare eine traditionelle Arbeitsteilung pflegen - der Mann ist der Hauptverdiener, die Frau kümmert sich um die Familie und steuert allenfalls einen Zuverdienst bei. Dies liege oft daran, dass sich auf dem Land Familie und Beruf wegen meist unzureichender Kinderbetreuung schlechter vereinbaren ließen als in der Stadt, sagte Herzog-Stein.
Insgesamt gab es im vergangenen Jahr den Angaben zufolge 6,28 Millionen Minijobber in Westdeutschland, im Osten waren es nicht einmal eine Million. 2,26 Millionen geringfügig Beschäftigte gingen daneben noch einer weiteren Arbeit nach. 4,93 Millionen Minijobber bezogen kein weiteres Arbeitseinkommen. Ihre Zahl ist nach Angaben des WSI selbst in der Krise der vergangenen beiden Jahre weiter gestiegen.
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