08.12.2010, 16:18 Uhr | DAPD
Neumünster (dapd-nrd). Der Naturschutzbund (NABU) fordert Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zu Schlichtungsgesprächen über die geplante Fehmarnbelt-Querung auf. Grundsätzlich müsse gemäß einer Klausel im Staatsvertrag mit Dänemark auch ein Ausstieg aus dem Projekt möglich sein, wie der Verband am Mittwoch in Neumünster mitteilte. Im Gegensatz zu "Stuttgart 21" seien am Fehmarnbelt noch keine Bagger angerollt.
Die Umweltschützer verlangen allerdings, dass die Projektgesellschaft Femern A/S auch die Variante eines gebohrten Tunnels berücksichtigt. "Erst wenn alle Fakten bekannt und offengelegt sind, machen Schlichtungsgespräche Sinn. Alles andere wäre Zeitverschwendung", sagte NABU-Fehmarnbeltexperte Malte Siegert.
Femern A/S hatte sich Ende November für den Bau eines Absenktunnels als feste Fehmarnbeltquerung zwischen Deutschland und Dänemark ausgesprochen. Bei solchen Tunneln werden die Röhren an Land gefertigt, an ihrem Ziel versenkt und dann verbunden. Laut Femern A/S ist die Bautechnik eines Tunnels im Gegensatz zum Bau einer Schrägkabelbrücke, bei der angesichts der enormen Spannweiten technisches Neuland betreten würde, bereits bekannt und erprobt.
Politisch wurde die Querung 2008 von Deutschland und Dänemark beschlossen. Mit der Eröffnung wird nicht vor 2020 gerechnet. Ob Tunnel oder Brücke: Es geht jeweils um eine zweigleisige Eisenbahntrasse, die mit bis zu Tempo 200, und eine vierspurige Autobahn, die mit maximal 110 Kilometern pro Stunde befahren werden kann.
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