16.11.2010, 12:11 Uhr | DAPD
Leipzig (dapd-lsc). Im 20. Jahr ihres Bestehens hat die Leipziger Pop-Band "Die Prinzen" Geschichte fortgeschrieben: Auf dem Album "Es war nicht alles schlecht", das am 19. November erscheint, gibt es Neuigkeiten von "Gabi und Klaus" - jenem Paar, dem die Band vor 20 Jahren ihren ersten Hit verdankte. "Seit zehn Jahren haben wir immer wieder darüber nachgedacht, was wohl aus den Beiden geworden sein könnte", sagt Tobias Künzel, Prinzen-Mitglied seit 1991, im dapd-Interview. Nun können die Fans der siebenköpfigen Truppe erfahren, welches Schicksal die "Prinzen" ihren Glückspaten zugedacht haben.
Mit den Aufnahmen zu "Gabi und Klaus" begann im November 1990 eine der heute erfolgreichsten und längsten Karrieren im deutschen Popgeschäft. "Sebastian (Krumbiegel) und Wolfgang (Lenk) waren mit Annette Humpe in Hamburg, um die ersten Gesangsspuren aufzunehmen", erinnert sich "Prinz" Jens Sembdner. Die Erfolgsproduzentin schaffte es, aus den jungen Musikern, die sich damals noch "Herzbuben" nannten, das Beste herauszuholen. Keiner von ihnen habe zu dem Zeitpunkt gewusst, auf welch ein Abenteuer sie sich einließen. "Wir haben ja alle noch studiert", sagt Sembdner.
Die "Herzbuben"-Tage sind inzwischen lange Vergangenheit. Auf "Gabi und Klaus" folgten eine Reihe weiterer erfolgreicher Singles und Alben, die nicht immer unumstritten waren. "Gabi und Klaus" beispielsweise wurde von einigen Radiosendern zensiert - sie legten einen Piepton über die Stelle, an der Klaus als "Schwein" bezeichnet wird. Der Prinzen-Titel "Bombe" wurde in Süddeutschland komplett boykottiert, weil er angeblich zur Gewalt aufruft und das Lied "Deutschland" sorgte für heftige Diskussionen über den Umgang mit deutscher Identität. Bewusst provokativ angelegt? "Du kannst dich nicht hinsetzen und dir vornehmen, ein provokantes Lied zu schreiben", meint Künzel. Das gleiche gelte für Hits. "Wenn du anfängst, so darüber nachzudenken, das funktioniert nicht."
Trotz zahlreicher Prinzen-Ohrwürmer - auf Platz Eins der Hitparaden sind sie bisher weder mit einer Single noch mit einem Album gekommen. Doch das ist aus ihrer Sicht kein Manko. "Lieber die ewige Nummer Zwei", sagt Künzel und Sembdner bestätigt: "Es ist besser, nicht den Riesenhit zu landen, weil dann die Leute von dir erwarten, dass du den Erfolg wiederholst." Und so war es für die Musiker auch kein Problem, dass sich ihre Platten zwischenzeitlich nicht so gut verkauften. "Mal geht es hoch, dann wieder runter", erklärt Sembdner. "Hauptsache, du kämpfst für das, wofür du angetreten bist." Und Künzel erläutert: "Wenn ich den Rockstar geben kann, ist das toll, aber ich weiß ein paar Stunden später auch wieder, dass ich 'nur' der Tobias Künzel von den 'Prinzen' bin."
"Prinzen" sind die Bandmitglieder übrigens nicht immer: Krumbiegel hat bereits einige Soloalben veröffentlicht, Künzel spielt als Schlagzeuger der Combo "Final Stap" von Zeit zu Zeit Glam-Rock-Shows und hat in seiner Wahlheimat London mit "Ruff As Stone" eine weitere Band, in der er sich am Schlagzeug austoben kann. Sembdner hat mit "Da, wo du bist" vor ein paar Jahren ein sehr persönliches Album vorgelegt, das sich mit Religion beschäftigt. "Jeder sucht sich mal ein Fenster, um durchzuatmen", sagt er.
Mit dem neuen Album "Es war nicht alles schlecht" soll nun wieder Prinzen-Geschichte fortgeschrieben werden. 19 Titel des Albums sind Remixe, bei denen die alten Gesangsspuren genommen und neu arrangiert wurden. "Wir haben den vorhandenen schönen Körper neu eingekleidet", sagt Künzel. Die neuen Songs klingen nachdenklich, kritisch und kämpferisch. "Wir halten durch" versprechen die Musiker in einem Titel - auch nach 20 Jahren gemeinsamer Bandgeschichte. Und der Geschichte zum vierten neuen Titel, "Gabi und Klaus 2.0", wird vielleicht zum nächsten Bandjubiläum noch ein Kapitel hinzugefügt.
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