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Nordend: Ein ganz normaler Sonntag bei einem Polizeirevier

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Nordend: Ein ganz normaler Sonntag bei einem Polizeirevier

06.02.2012, 11:38 Uhr | presseportal.de

Frankfurt (ots) - Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Es begann am Sonntagmorgen gegen 06.20 Uhr beim 2. Polizeirevier, als eine besorgte Anruferin telefonisch mitteilte, dass an der Ecke Nordend-/Gluckstraße ein scheinbar hilfloser Mann in der klirrenden Kälte am Boden liegen soll.

Sofort wurde eine Streife geschickt und vorsorglich auch ein Rettungswagen alarmiert. Doch der Mann war inzwischen fort. Lediglich ein kleiner süßer Hund konnte festgestellt werden, der aber beim Anblick der Funkstreife das Weite suchte. Dass dieser Hund im Verlauf des Sonntags noch von Bedeutung ist und für lange Beschäftigung sorgen sollte ahnte da niemand.

Zunächst einmal beendeten Polizei und Rettungswagen ihren Einsatz. Doch kurz darauf gegen 07.15 Uhr überschlugen sich die Ereignisse. Mehrere besorgte Anwohner meldeten den offenbar ziellos umherirrenden kleinen Hund erneut und gleich danach einen mutmaßlichen Einbrecher in der Nordendstraße.

Der "Einbrecher" war schnell durch Beamte des 2. Reviers gemeinsam mit dem Überfallkommando gestellt und konnte vor Ort vorläufig festgenommen werden. Hierbei handelt es sich allerdings um einen angetrunkenen Mann, der im Haus wohnte und sich lediglich im Stockwerk geirrt hatte. Bei seiner Befragung kam zu Tage, dass er seinen Hund vermisste - einen kleinen süßen eben.

Mit dem Versprechen sich auf die Suche nach dem Hund zu machen, brachten ihn die Beamten in seine eigene Wohnung. Kurz darauf wurde der kleine Hund zwar entdeckt, konnte aber erfolgreich seinen Verfolgern entfliehen. Zudem musste die "Fahndung" nach dem Hund unterbrochen werden, da der besorgte Hundebesitzer in seinem Treppenhaus mit der Nachbarin zeterte. Er könne nicht schlafen, weil diese angeblich zu laut war. Er wurde nun seinerseits zur Ruhe ermahnt und gebeten in der Wohnung zu bleiben.

Der nächste Teil der Geschichte ließ nicht lange auf sich warten. So rief der nach eigenen Angaben weder müde noch angetrunkene Hundebesitzer im Viertelstunden- takt auf dem 2. Revier an, um sich nach seinem Hund zu erkundigen. Neben vielem anderen erzählte er plötzlich, dass man ihn angerufen habe und ihm irgendwas über seinen Hund und Höchst erzählt habe. Genaues hatte er sich allerdings nicht gemerkt. Wenigstens hatte er die Handynummer des Anrufers.

Ein polizeilicher Rückruf führte am anderen Ende zu einer Dame, welche angab heute Geburtstag zu haben und dass sie einen kleinen Hund an der Hauptwache aufgefunden hat. Der war wohl sehr zittrig und hatte Eiszapfen am Maul. Mit der Marke am Halsband hatte sie den Hundehalter erreicht, der nach ihrer Aussage aber gar nicht kapiert hatte, was sie von ihm wolle.

Die Odyssee des kleinen Vierbeiners sollte nun mit der Heimreise zu seinem Herrchen beendet werden. Doch wer glaubte die Geschichte nimmt an dieser Stelle ihr Ende, wird enttäuscht. Als die Beamten mitsamt Hund eintrafen bekamen sie trotz Klingeln und Klopfen nicht geöffnet. Der Weg führte zwangsläufig zum 2. Revier, wo er von geübter Hand mit Leckerli und Wasser versorgt wurde. Alle Versuche den Besitzer zu erreichen schlugen fehl. Letztlich kam der kleine Freund ins Tierheim.

Am späten Nachmittag dann doch der Anruf des Herrchens. Er wurde an das Tierheim verwiesen.

Wie es zu dem sonntäglichen Fiasko des kleinen Hundes und seinem Herrchen kommen konnte ist bislang ungeklärt. Besonderer Dank gilt auch der Dame, die an ihrem Geburtstag einen unerwarteten Gast hatte.

(André Sturmeit, Telefon 069 - 755 82112)


Quelle: presseportal.de

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