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Öffnung von Atommüllkammern in der Asse wird erlaubt

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Öffnung von Atommüllkammern in der Asse wird erlaubt

15.04.2011, 13:59 Uhr | dapd

Hannover (dapd-nrd). Das niedersächsische Umweltministerium will Grünes Licht für erste Schritte zur Bergung radioaktiver Abfälle aus dem Atommülllager Asse geben. Die Genehmigung zum Anbohren der ersten zwei Atommüllkammern in dem ehemaligen Salzbergwerk werde aller Voraussicht nach kommende Woche erteilt, sagte Ministeriumssprecherin Jutta Kremer-Heye am Freitag in Hannover.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hatte als Betreiber des Bergwerks die Erlaubnis für das Anbohren der Kammern bereits im vergangenem Herbst beantragt.

Über das Öffnen von Atommüllkammern unter Tage habe es in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche mit dem BfS gegeben, an denen auch Vertreter des Bundesumweltministeriums und Gutachter beteiligt gewesen seien, sagte Kremer-Heye weiter. Dabei habe der Schutz der Gesundheit der Beschäftigten des Atommülllagers und die Vermeidung des Austritts von Radioaktivität im Vordergrund gestanden. Die Dauer der Gespräche habe sich aus unterschiedlichen Einschätzungen der Beteiligten ergeben.

Auf den erneuten Austritt von radioaktiver Lauge vor der Kammer 12 des Atommülllagers muss die niedersächsische Atomaufsicht nach Angaben der Sprecherin nicht gesondert reagieren. Mit Blick auf solche Vorfälle habe man dem BfS bereits im vergangenen Juli eine Genehmigung erteilt, die unter Tage den Umgang mit radioaktiven Stoffen erlaube, die bis zum hundertfachen der Freigrenze strahlten, sagte sie. Die Strahlung der mit radioaktiven Cäsium belastete Lauge liegt bei 240.000 Becquerel pro Liter und damit dem 24-fachen der Freigrenze.

Da Strahlung der ausgetretenen Lauge über der Freigrenze liege, gelte sie als schwach radioaktiver Müll und müsse später entsprechend entsorgt werden, sagte Kremer-Heye zudem. Die erteilte Umgangsgenehmigung umfasse genaue Vorschriften zum Schutz der Beschäftigten vor einer Kontamination durch die Lauge.

Der frühere Betreiber der Asse, das Helmholtz Zentrum München, hatte vor Jahren radioaktive Lauge im tiefsten Teil des Bergwerks ohne Genehmigung entsorgt. Dies hatte den Skandal um das Atommülllager Asse ausgelöst. Das BfS plant die Räumung des einsturzgefährdeten Atommülllagers. Dazu sollen unter Tage zunächst Atommüllkamern geöffnet und ihr Inhalt untersucht werden.


dapd  

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