08.02.2012, 11:38 Uhr | dapd
Mitarbeiter der niedersächsischen Staatskanzlei waren an der Vorbereitung des umstrittenen Nord-Süd-Dialogs stärker beteiligt als bislang bekannt. Wie die Staatskanzlei in Hannover der Financial Times Deutschland bestätigte, führten Mitarbeiter des damaligen Regierungssprechers Olaf Glaeseker Einladungslisten für die von Eventmanager Manfred Schmidt veranstalteten Lobbypartys. "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vorzimmers von Herrn Glaeseker" seien mit der Übermittlung von Einladungswünschen an Schmidt befasst gewesen, teilte die Landesregierung der Zeitung mit.
Es sei derzeit aber nicht bekannt, ob die Listen den Kreis der Eingeladenen "vollständig abgedeckt haben", erklärte Vizeregierungssprecher Oliver Wagner. Nach Ansicht der Staatskanzlei überschreitet diese Mitwirkung aber "noch nicht" das Maß an Mitarbeit, das angesichts der Schirmherrschaft und dem großen Interesse des Landes am Gelingen des Nord-Süd-Dialogs als "normal und üblich bezeichnet werden kann".
Dagegen hatte die Landesregierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff 2010 dem Landtag erklärt, es habe "keine Beteiligung oder Finanzierung durch das Land" gegeben. Über die Gäste habe "Gastgeber Manfred Schmidt" entschieden. Glaeseker war bis Dezember Sprecher von Bundespräsident Wulff. Gegen Glaeseker und Schmidt ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und Bestechung.
dapd
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