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Ostsee-Tunnel: Weiterer Tunnel für geplante Fehmarnbelt-Querung möglich

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Weiterer Tunnel für geplante Fehmarnbelt-Querung möglich

01.12.2011, 16:09 Uhr | dapd

Überraschung beim zweiten Dialogforum zur festen Fehmarnbelt-Querung. In der Gesprächsrunde in Oldenburg (Holst.) wurde am Mittwochabend erstmals offen über den möglichen Bau eines zweiten Tunnels zwischen Fehmarn und Schleswig-Holstein gesprochen. Hintergrund ist die zweispurige Fehmarnsundbrücke. Sie könnte sich besonders zur Urlaubszeit für den Verkehr einer vierspurigen Bundesstraße 207 zum Nadelöhr erweisen.

Zwar geht die verantwortliche schleswig-holsteinische Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr anhand einer Simulation auf Basis von Verkehrsprognosen von einem maximalen Staurisiko von 1,6 Kilometern auf beiden Brückenseiten aus. Das bezweifelt aber insbesondere Fehmarns Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt (parteilos).

Über den Bau eines Tunnels mit vier Fahrspuren wird mittlerweile aber auch nachgedacht, weil die Brücke witterungsbedingt mehrmals im Jahr komplett oder für Teile des Verkehrs gesperrt werden muss. Zudem dürften Extremwetterlagen mit Starkwinden noch zunehmen. Die jetzige Fehmarnsundbrücke wurde 1963 in Betrieb genommen und kann baulich nicht verändert werden, weil sie unter Denkmalschutz steht.

Das Kieler Verkehrsministerium hat die Problematik des Nadelöhrs erkannt. Das Land wolle bei nächster Gelegenheit, und das sei frühestens im kommenden Jahr, im Bundesverkehrswegeplan diesbezüglich entsprechenden Geldbedarf anmelden, sagte Staatssekretärin Tamara Zieschang am Mittwochabend.

Unterdessen verlangt die Allianz gegen eine feste Fehmarnbeltquerung, ein Zusammenschluss aus 13 Initiativen, eine Überprüfung aller Prognosezahlen. Die Umweltverbände BUND und NABU blieben unterdessen auch dem zweiten Forumstermin fern. Laut Dialog-Moderator Christoph Jessen, bis vor wenigen Monaten noch deutscher Botschafter in Kopenhagen, werden beiden Organisationen aber weiter Plätze in der 30-köpfigen Gesprächsrunde freigehalten. Die Naturschützer seien persönlich von ihm eingeladen worden, blieben aber eine Antwort schuldig, sagte er.

Beide Verbände knüpfen ihre Teilnahme an die Bedingung, dass auch noch über die grundsätzliche Absage einer festen Fehmarnbeltquerung gesprochen werden kann und über eine deutsche Kündigung des 2009 in Kraft getretenen deutsch-dänischen Staatsvertrages zu diesem Bauvorhaben. Jessen sagte zu, diese Frage zu prüfen. Über den nächsten Forumstermin konnte in Oldenburg noch keine Einigung erzielt werden. Die Projektgegner der Allianz wünschen sich eine rasche Fortsetzung möglichst schon im Januar.

Beraten wird in dem Forum über das größte in Nordeuropa anstehende Bauprojekt. Es sieht einen Senktunnel für Auto und Eisenbahn zwischen der Insel Fehmarn und Lolland vor, der eine Länge von 19 Kilometern hätte. Die Hauptkosten in Höhe von 5,5 Milliarden Euro - gerechnet in Preisen von 2008 - trägt die dänische Seite. Über Mautgebühren für die Tunnelnutzung will ein dänisches Betreiberkonsortium seine Investitionen refinanzieren.

Deutschland kommt nur für seine eigene Hinterlandanbindung auf der Straße und Schiene auf. Während die schleswig-holsteinische Landesregierung die Kosten auf 800 Millionen Euro taxiert, kalkuliert der Bundesrechnungshof mit einer mehr als doppelt so hohen Summe.

Vor dem Baubeginn stehen ein Raumordnungsverfahren in Sachen Schienenanbindung auf deutscher Seite sowie eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Das dänische Parlament muss zudem noch ein Baugesetz verabschieden. Die ersten Arbeiten könnten frühestens 2014 beginnen. Die Tunnelfertigstellung könnte dann 2020 erfolgen.

Derzeit existiert für die Verbindung zwischen Puttgarden und Rodby ein regelmäßiger Fährbetrieb durch die Reederei Scandlines, die auch nach einem Tunnelbau ihre Schiffe weiter fahren lassen will.


dapd  

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Kommentare (1)

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Thema: "Ostsee-Tunnel: Weiterer Tunnel für geplante Fehmarnbelt-Querung möglich"

Barley schrieb: am 1. Dezember 2011 um 15:45:05
(0) (0) Deutsche Sprache
"Weiterer Tunnel"? Wie viele gibts denn dort schon? - Nach meiner Kenntnis keinen.

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