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Otto-Versand hängt die Konkurrenz ab

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Otto-Versand hängt die Konkurrenz ab

14.04.2011, 16:06 Uhr | dapd

Hamburg (dapd). Der Versandhausriese Otto zeigt der deutschen Handelsbranche die Rücklichter: Mit einer Umsatzsteigerung von 12,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro lag der Hamburger Konzern weit vor dem Einzelhandel, der 2010 um 1,8 Prozent wuchs und dem gesamten Versandhandel, der knapp 5 Prozent zulegte. Im laufenden Jahr bleibt Otto auf dem Gas: Die nach der Pleite 2009 übernommene Marke Quelle wird wieder zum Leben erweckt, und der gigantische Markt Brasilien soll erobert werden. Otto traut sich ein Wachstum "im einstelligen Prozentbereich" zu.

Auch der Gewinn entwickelte sich im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr "sehr positiv", wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Otto nannte aber keine genauen Zahlen. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 1.350 auf weltweit rund 49.300. "Das zurückliegende Geschäftsjahr war ausgezeichnet", sagte Vorstandschef Hans-Otto Schrader.

Nach Firmenangaben wuchsen alle drei Sparten - der Handel über Versand und Geschäfte, der Hermes-Versand und die Finanzsparte - zweistellig. Den mit gut zehn Milliarden Euro weitaus größten Umsatzanteil machte der Handel aus, zu dem neben den Versandhäusern wie Otto oder Baur auch Ladenketten wie Sportscheck, Bonprix oder Manufaktum gehören.

Nach Angaben eines Firmensprechers profitierte Otto auch von der Pleite des Konkurrenten Quelle Ende 2009. Der Sprecher schätzte den Umsatzzuwachs durch heimatlose Quelle-Kunden auf 200 bis 300 Millionen Euro. Der gesamte Umsatzzuwachs betrug 1,3 Milliarden Euro.

Überproportional entwickelte sich das Geschäft in Deutschland. Die Umsatzerlöse wuchsen im Heimatmarkt um rund 13,6 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. "Dieses starke Wachstum zeigt, dass wir vor dem Hintergrund einer moderaten Wirtschaftsentwicklung Marktanteile hinzugewonnen haben", sagte Schrader.

Ausgesprochen stark entwickelte sich das Otto-Geschäft in Russland. Der Marktführer verdoppelte beinahe die Erlöse auf rund 349 Millionen Euro. Hierzu trug auch das Geschäft von Quelle Russland bei, das erstmals eingerechnet wurde. Otto hatte Quelle Russland aus der Insolvenz gekauft.

Der Handel über das Internet wurde zum wichtigsten Vertriebskanal der Otto-Gruppe. Die Online-Umsätze stiegen um knapp 25 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro, wie die Firma mitteilte. Damit erzielte die Otto-Gruppe über ihre rund 50 Online-Plattformen fast 50 Prozent aller Einzelhandelserlöse.

Nach Ansicht von Branchenkennern liegt Otto technisch beim Onlinehandel vor der Konkurrenz. So bauen sich die Bestellseiten oft schneller auf, die Darstellung ist besser. Otto hatte schon früh hohe Summer in die Internet-Technik gesteckt, anders als die gescheiterte Konkurrenz Quelle.

Einzelne Otto-Unternehmen erzielen inzwischen rund zwei Drittel ihrer Umsätze im Internet. Otto ist nach eigenen Angaben weltweit die Nummer zwei im Onlinehandel nach Amazon.

Für das Geschäftsjahr 2011/2012 geht Otto von einem Anstieg des Umsatzes und des Ertrags im einstelligen Prozentbereich aus. Die Umsatzentwicklung zu Jahresbeginn sei in allen Segmenten positiv, teilte der Konzern mit. Unklar sei aber, wie sich etwa die Entwicklung des Euro, die Katastrophe in Japan und die Unruhen in der arabischen Welt auf das Konsumklima auswirken.

Otto wird im Laufe des Jahres die Marke Quelle wiederbeleben, wie die Nachrichtenagentur dapd aus Handelskreisen erfuhr. Quelle solle zum Anbieter vor allem von Waren aus den Bereichen Technik und Haushalt aufgebaut werden. Eine Quelle GmbH wurde bereits in Hamburg gegründet.

Otto hatte nach der Quelle-Pleite im November 2009 die Markenrechte gekauft. Als ersten Schritt aktivierte Otto vor einem Jahr die Internetseite www.quelle.de wieder. Bisher werden Kunden aber von dort nur zu anderen Otto-Marken wie Witt oder Heine weitergeleitet.

Otto will außerdem 2011 im schnell wachsenden Brasilien ein Versandangebot aufbauen. Neben Russland ist Otto in vielen anderen Ländern tätig, etwa Frankreich, Großbritannien, den USA, Asien und mehr.


dapd  

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