20.10.2011, 11:08 Uhr | dapd
Das Waldsterben im Hessischen Ried sorgt für Streit zwischen den Landtagsparteien. Die Grünen forderten am Mittwoch von der Landesregierung ein schnelles Handeln gegen die Austrocknung der Bäume. Das Problem sei die unzureichende Wasserversorgung der Wälder durch den sinkenden Grundwasserspiegel, sagte der Abgeordnete Daniel May in Wiesbaden. Unterstützung erhielt die Fraktion von den Linken. Die Regierungspartei CDU betonte dagegen, die Grundwassersituation sei weit komplexer, als die Grünen es glauben machen wollten.
Nach Ansicht der Grünen muss die Genehmigungspraxis des Regierungspräsidiums Darmstadt geändert werden, um zu erreichen, dass der Grundwasserspiegel nicht weiter sinkt. Die Regierung habe bereits "akute Auflösungserscheinungen des Waldes" eingeräumt, sagte May. Betroffen seien etwa 30.000 Hektar Wald. Die Grünen fürchten eine Umweltkatastrophe, wenn nicht schnell etwas passiert. Die Folgen für die Bevölkerung sowie für die Tier- und Pflanzenwelt wären "verheerend", weil die Filter- und Schutzfunktion des Waldes dann fehle.
Die Linksfraktion forderte, der Grundwasserspiegel unter den Wäldern besonders im Hessischen Ried müsse durch Rheinwasser angehoben werden. Sie warf der Regierung vor, dem Waldsterben zuzusehen.
Dagegen betonte die CDU, es müsse einen fairen Interessenausgleich der betroffenen Bürger, des Naturschutzes und der Landwirte geben. Die Trinkwasserversorgung für das Rhein-Main-Gebiet müsse berücksichtigt werden. Daran arbeite die Landesregierung sehr intensiv.
dapd
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