27.10.2010, 13:50 Uhr | DDP
Hamburg/Berlin (dapd-nrd). Die bundesweit ersten Körperscanner am Hamburger Flughafen haben im ersten Monat bereits 100.000 Fluggäste freiwillig genutzt. Die Zahl nannte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesinnenminister, Ole Schröder, am Mittwoch auf dapd-Anfrage in Berlin. Die neue Sicherheitskontrolle sei seit dem Start am 27. September gut von den Passagieren angenommen worden. Allerdings läuft nach seinen Angaben die Technik noch nicht immer optimal.
Schröder sagte, für eine Bilanz sei es zwar noch zu früh. Doch seien erste Rückmeldungen zum Ablauf und zum Komfort bei der Nutzung der beiden Körperscanner positiv. "Es stellen sich mehr Passagiere bei den beiden Kontrollspuren mit den Körperscannern an als erwartet", sagte der CDU-Politiker. "Wir freuen uns, dass ein so großes Interesse besteht und der Sicherheitscheck mit den Körperscannern so gut angenommen wird." Die meisten Passagiere empfänden die neue Technik als unspektakulär und würden den Körperscanner wieder benutzen.
In den ersten vier Wochen verzeichnete die Bundespolizei den Angaben zufolge etwa 25.000 Passagiere pro Woche. Am Flughafen im schweizerischen Zürich hatten im Sommer innerhalb von sechs Wochen rund 4.800 Fluggäste den Körperscanner getestet.
Der Betrieb der zwei Geräte läuft allerdings noch nicht reibungslos. Zwar werden laut Innenministerium wie gewünscht tatsächlich auch kleine Gegenstände gefunden. Folge sei jedoch eine hohe Zahl von Alarme. Ein Teil davon könne mit dem Passagier schnell aufgeklärt werden, wenn sich etwa um eine Spange im Haar handle. In anderen Fällen müsse nachkontrolliert werden, wobei eine Falte in der Kleidung oftmals einen Fehlalarm auslöse.
Mit einer neuen Software sollen ab November die Fehlerquellen des Körperscanners minimiert werden. Die Abläufe können nach Angaben des Innenministeriums besser gesteuert und mehr Menschen durchgeschleust werden. Die Zahl von durchschnittlich rund 150 Passagieren pro Stunde sei zwar zufriedenstellend, solle aber erhöht werden.
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) hatte den Probebetrieb des Körperscanners in Hamburg Ende September gestartet. Der bundesweit erste Test eines Körperscanners soll sechs Monate dauern und ist für die Passagiere freiwillig. Auslöser für die Prüfung der neuen Technik war der vereitelte Sprengstoffanschlag eines Nigerianers auf ein US-Passagierflugzeug Ende 2009. Der Mann hatte den Sprengstoff in seiner Unterhose versteckt.
Der in Hamburg eingesetzte Scanner vom Typ L-3 ProVision ATD produziert keine Körperbilder mit Konturen, sondern zeigt an einer Art Strichmännchen verdächtige Stellen an. Damit sollen versteckter Sprengstoff oder Waffen gefunden werden. Die Prozedur dauert etwa drei Sekunden. Die erzeugten Daten sollen nach der Kontrolle wieder gelöscht werden. Nach Testphase in Hamburg werden die Ergebnisse zunächst ausgewertet, ehe über eine flächendeckende Einführung entschieden wird.
dapd
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