14.12.2010, 11:22 Uhr | DAPD
Hamburg (dapd-lmv). Um die anhaltende Überfischung der Meere zu stoppen, werden deutsche Fischkutter in einem Pilotprojekt mit Kameras ausgestattet. Jeweils vier Kameras pro Schiff sollen überwachen, wie viele Fische ein Fang enthält und wie viele wieder über Bord geworfen werden, berichtet das Magazin "Zeit Wissen" am Dienstag. Wer freiwillig an dem Projekt teilnimmt, darf einen Großteil der EU-Vorschriften zur Maschengröße der Netze und anderen Details ignorieren. Allerdings muss dann jeder gefangene Fisch auf seine maximal erlaubte Fangmenge angerechnet werden.
Damit die Fischbestände sich dauerhaft erholen, müssen die maximal erlaubten Fangmengen je nach Fischart zudem bis zu drei Jahre lang drastisch reduziert werden. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften. Ihren Berechnungen zufolge würden sich langfristig die 54 untersuchten europäischen Fischbestände im Durchschnitt vervierfachen und den Fischern 60 Prozent mehr Fang bringen als im Vergleichsjahr 2007.
Die Wissenschaftler fordern laut "Zeit Wissen" damit eine deutlich radikalere Reform als von der Europäischen Kommission bislang geplant. Nach Schätzungen der EU stehen 30 Prozent der europäischen Fischbestände vor dem Kollaps.
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