28.09.2010, 09:55 Uhr | DDP
Frankenthal (dapd-rps). Nach der tödlichen Attacke auf einen Lehrer an einer Berufsschule in Ludwigshafen im Februar hat am Dienstag vor dem Landgericht Frankenthal der Prozess gegen einen 23-Jährigen begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Schüler der Berufsschule Mord aus niederen Beweggründen vor. Der 23-Jährige habe sich aus tief empfundenem Hass an seinem früheren Mathelehrer rächen wollen, weil dieser ihn angeblich zu schlecht benotet und ihm dadurch eine berufliche Perspektive verwehrt habe. Dies hatte der 23-Jährige auch in seiner ersten Vernehmung direkt nach seiner Festnahme als Motiv angegeben.
Laut Staatsanwaltschaft war der Mann am 18. Februar mit der Absicht in seine ehemalige Berufsschule gegangen, seinen früheren Mathelehrer umzubringen. Vor einem Klassenraum verwickelte er den 58-Jährigen nach dem Unterricht in ein oberflächliches Gespräch und brachte ihn dazu, mit ihm durch ein menschenleeres Treppenhaus zu gehen. Dort stach er mit einem Kampfmesser mehrfach auf sein Opfer ein. Der Lehrer erlag noch am Tatort seinen Verletzungen.
Nachdem der 23-Jährige noch mit einer Schreckschusspistole um sich schießend durch die Schule gelaufen war, ergab er sich schließlich der Polizei. Weitere Verletzte gab es nicht. Bei der Durchsuchung der Wohnung des jungen Mannes nach der Tat fand die Polizei zahlreiche Schusswaffen und Chemikalien, die sich zum Bau von Sprengsätzen eignen.
Für den Prozess sind vier Verhandlungstermine anberaumt. Für die erste beiden Termine hat das Gericht nach Angaben eines Sprechers zunächst 17 Zeugen sowie zwei Gutachter geladen. Einer der Gutachter soll dabei die Schuldfähigkeit des Angeklagten prüfen.
dapd
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