07.02.2011, 14:47 Uhr | dapd
Berlin (dapd-bln). Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat Vorwürfe zurückgewiesen, einen ehemaligen Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) der DDR-Staatssicherheit als leitenden Redakteur beschäftigt zu haben. Der Mann sei über einen befristeten Arbeitsvertrag beim RBB derzeit lediglich als sogenannter Sende-Redakteur angestellt, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag in Berlin. Ein Sende-Redakteur habe keine leitende oder programmprägende Funktion.
Nach Angaben der Berliner Stasi-Unterlagenbehörde wurde der betroffene Mitarbeiter vom DDR-Ministerium für Staatssicherheit zwischen 1980 und 1989 unter dem Decknamen "Kay" als IM geführt.
Der RBB befinde sich derzeit in Gesprächen mit dem Mitarbeiter, um den Sachverhalt zu klären, sagte der Sprecher weiter. Grundsätzlich würden zwar alle neu einzustellenden Beschäftigten nach einer eventuellen IM-Tätigkeit befragt. Der 2009 eingestellte Mann habe eine Antwort jedoch verweigert, was vom Unternehmen akzeptiert wurde, da er in keiner leitenden Funktion tätig werden sollte. Ungeachtet der Vorwürfe laufe der befristete Arbeitsvertrag 2011 aus. Eine Verlängerung des Arbeitsverhältnisses ließ der Sprecher zunächst offen.
Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte den Fall am Wochenende publik gemacht. Danach soll sich der Redakteur im März 1980 freiwillig zur Zusammenarbeit mit der Stasi verpflichtet haben. Die Berliner CDU forderte von RBB-Intendantin Dagmar Reim umfassende Aufklärung. Auch die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) verlangte in einem Brief an die Intendantin Konsequenzen.
dapd
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