30.06.2011, 11:40 Uhr | dapd
Regensburg (dapd-bay). In der Welterbestadt Regensburg gibt es Kritik an der UNESCO wegen fehlender Stellungnahmen zu zwei großen Bauprojekten. "Wir sind enttäuscht, dass unsere Fragen beim UNESCO-Welterbekomittee nicht behandelt werden", sagte die Regensburger Planungsreferentin Christine Schimpfermann in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd. Die Stadt warte seit über einem Jahr auf eine Beurteilung der Unesco zu den Plänen für eine zusätzliche Donaubrücke und den Bau eines Hochhauses.
"Wir sind in Regensburg gerne bereit, alle Vorschläge und Anregungen der UNESCO aufzugreifen", betonte Schimpfermann. Dies sei aber nur möglich, wenn die offenen Fragen auch beantwortet würden.
Konkret geht es in Regensburg um die Überlegungen zum Bau einer zusätzlichen Donauquerung nahe der historischen Altstadt und die Pläne eines Investors für ein 60 Meter hohes Geschäftshaus. Bei beiden Projekten sei wegen der zögerlichen Haltung der UNESCO unklar, ob die Stadt die Planungsverfahren vorantreiben kann, ohne ihren Welterbestatus zu gefährden. "Wir hängen in der Luft", klagte Schimpfermann.
Mit Überraschung habe man registriert, dass die Regensburger Themen bei der diesjährigen Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees in Paris von 19. bis 29. Juni nicht einmal auf der Tagesordnung stünden. Bereits bei der letztjährigen Komitee-Sitzung seien die Regensburger Projekte nicht behandelt worden - damals aus Zeitgründen.
Um den Stillstand zu beenden, hat Schimpfermann jetzt den Direktor des UNESCO-Welterbezentrums, Kishore Rao, zu einem Regensburg-Besuch eingeladen. Vor Ort könnten sich die Experten am besten ein Bild über die möglichen Auswirkungen der Bauprojekte machen, sagte sie.
dapd
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