17.02.2012, 12:12 Uhr | dapd
Natürlich wird Roman Lob jetzt mit der umjubelten Lena Meyer-Landrut verglichen. "Ich hoffe, dass ich ein bisschen in die Fußstapfen von Lena treten kann", sagt der 21-jährige Industriemechaniker, der für Deutschland zum Eurovision Song Contest 2012 nach Baku reist. Er ist jung, natürlich und begabt wie Lena. Aber er ist nicht Lena. Seine schwierige bis undankbare Aufgabe: Den Beginn einer neuen Ära einläuten, der Post-Lena-Ära.
Bei der Castingshow "Unser Star für Baku" hatte Roman Lob aus dem rheinland-pfälzischen Neustadt (Wied) direkt die Favoritenrolle an sich gerissen. Von Beginn an lag der gefühlvolle Musiker, der auch Klavier und Schlagzeug spielt, in der Publikumsgunst an der Spitze. Sein zurückhaltender Schmusekurs hat sich ausgezahlt. Mit braunen Knopfaugen hauchte er eine Ballade nach der anderen ins Mikrophon. Mit der ruhigen Wohlfühlnummer "Standing Still" gewann er am Donnerstagabend den Grand-Prix-Vorentscheid und will mit dem Titel auch beim internationalen Gesangswettbewerb in Aserbaidschan Punkte machen.
"Ich liebe diesen Song, ich liebe diesen Typen", lobt ein überwältigter Thomas D, der als Jurypräsident beim Vorentscheid der Show seinen Stempel aufdrückte. "Es kann sich schon sehen lassen, international. Damit machen wir uns nicht zum Affen."
Tatsächlich ist Roman Lob ein unbeschriebenes Blatt. Nur wenig ist über den jungen Musiker bekannt, der zu einem Dreitagebart und schwarzen Ohrsteckern gerne Jeans und T-Shirt oder Holzfällerhemd trägt. Lob wurde am 2. Juli 1990 in Düsseldorf geboren, in seiner Jugendzeit kamen die Castingshows groß raus. Kein Wunder also, dass eine CD der Castingband BroSis seine erste Platte war.
Vor fünf Jahren hat er bei der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" schon mal sein Glück versucht. Dort noch einmal anzutreten, kann er sich aber nicht mehr vorstellen. "Ich habe viel mitgenommen, aber ich war halt einfach zu jung damals", sagt Lob heute.
Selbst seine PR-Agentur muss ihren sprunghaft prominent gewordenen Schützling erst noch kennenlernen. Sie kann auf Anfrage gerade mal sein Alter - das auch noch falsch -, seinen Geburtsort, die Staatsangehörigkeit und seinen Job nennen. Sonst verweist sie lieber auf die offizielle Seite der Castingshow, wo man neben seiner Lieblingsfarbe grün noch seine Vorliebe für Schmusegrößen wie Xavier Naidoo und Alicia Keys erfährt.
Er liebt Hunde, isst am liebsten Pasta und trinkt gern ein kühles Bier. Neben der Bühne stürzt er sich auf dem Snowboard oder mit dem Fahrrad die Hügel herunter - ein ganz normaler Typ also. Auf die Brust hat er sich ein Mikrophon tätowieren lassen. Doch bisweilen wirkt der neue Hoffnungsträger noch zu schüchtern, um am 26. Mai in Baku vor rund 120 Millionen Fernsehzuschauern und internationaler Konkurrenz zu bestehen. Thomas D und Stefan Raab, die beiden Alphatiere und Macher, sie haben noch drei Monate Zeit, um an der Marke Roman zu pfeilen und ihn für den Wettbewerb fit zu machen.
Was sagt Roman zu seinem Blitzerfolg? "Es ist unbeschreiblich, es ist ein Wahnsinnsgefühl". Es sei "eine Ehre", die Nachfolge von Grand-Prix-Siegerin Lena anzutreten. Roman will sich treu bleiben, wie Lena eben. "Ich fühle mich in den Klamotten sehr wohl. Im Anzug werde ich in Baku sicherlich nicht stehen", sagt er.
(Roman Lob: http://url.dapd.de/S61Q1i)
dapd
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