29.12.2010, 11:57 Uhr | DAPD
Freyburg (dapd-lsa). Die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien aus Freyburg an der Unstrut (Burgenlandkreis) rechnen mit einem guten Geschäftsjahr 2010. Konkrete Unternehmenszahlen will das Unternehmen aber erst am 5. April veröffentlichen. Das Unternehmen könne aber mit der Entwicklung im zu Ende gehenden Jahr "durchaus zufrieden sein", sagte der geschäftsführende Gesellschafter und Sprecher der Geschäftsführung, Gunter Heise. Er kündigte für den Beginn des neues Jahres die Einführung eines alkoholfreien Rosé-Sekts an.
2009 hatten die Sektkellereien ihren Absatz im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent auf 211,9 Millionen Flaschen Sekt, Spirituosen und Wein erhöht. Im selben Zeitraum steigerte das Unternehmen den Umsatz um fünf Prozent auf 778 Millionen Euro. Die Gruppe hat fünf Standorte in Freyburg in Sachsen-Anhalt, Nordhausen in Thüringen, Eltville und Hochheim in Hessen sowie Breisach in Baden-Württemberg. Zu den Sektkellereien gehören die Marken Rotkäppchen-Sekt, Mumm, Jules Mumm, Geldermann und MM Extra. Mit der Übernahme des deutschen Geschäfts der Eckes Spirituosen Wein GmbH gehört auch der Thüringer Traditionsbetrieb Nordbrand Nordhausen zur Gruppe, in der derzeit 540 Mitarbeiter tätig sind.
Die gute Entwicklung sei vor zwölf Monaten nicht unbedingt zu erwarten gewesen, räumte Heise ein. Damals hätten noch erhebliche Bedenken über das Konsumverhalten und die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland geherrscht. In den vergangenen Monaten sei aber "die Kauflaune der Deutschen erheblich gestiegen", betonte er und fügte hinzu: "Das hat sich auch im Hause Rotkäppchen bemerkbar gemacht". Es gebe Grund zum Feiern.
Als einer der großen Gewinner auf dem deutschen Sektmarkt bezeichnete Heise den Rosé-Sekt, der sich "vom sommerlichen Trendprodukt zur festen Größe im Gesamtjahr entwickelt hat". Der Geschäftsführer betonte: "Wir machen den Rosé-Markt" in Deutschland. 54 Prozent dieser Erzeugnisse decke sein Unternehmen ab. Zu Beginn des Jahres soll ein alkoholfreier Rosé-Sekt in die Regale des Handels kommen. Heise verspricht sich davon einen Zuwachs beim Anteil an alkoholfreien Sekten, der derzeit bei 17 Prozent liege.
Die Sektkellereien setzen weiter auf Expansion. Im Frühjahr soll in Freyburg eine neue Anlage in Betrieb gehen, mit der jährlich zehn Millionen Flaschen mehr abgefüllt werden können. Im Unternehmen wird laut Heise komplett fast dreischichtig gearbeitet.
Er sieht eine negative Kostenentwicklung auf das Unternehmen zukommen. Neben gestiegenen Stromkosten und Ausgaben für Glas könnte die relativ schlechte Weinernte in Deutschland dazu führen, dass die benötigten Weine nur zu weitaus höheren Preisen beschafft werden können. Allein bei Dornfelder deuteten sich Preissteigerungen von 35 bis 40 Prozent an, hieß es.
Der Pro-Kopf-Verbrauch an Sekt liege in Deutschland bei 3,87 Litern, sagte Marketingchef Peter Claußen. Ein Viertel der Weltsektproduktion werde in Deutschland konsumiert, fügte er hinzu.
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