14.10.2011, 15:38 Uhr | dapd
Die Standesbeamten in Hessen müssen sich am 11.11.11 auf viel Arbeit einstellen. Zahlreiche Paare wollen sich an dem "Schnapsdatum" das Ja-Wort geben, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dapd bei den Standesämtern ergab. Weil der spätherbstliche November kein sonderlich beliebter Monat für Eheschließungen ist, bleiben die Zahlen ähnlicher Tage in der Vergangenheit wie dem 9.9.1999 aber unerreicht.
Mit 36 Eheschließungen und Lebenspartnerschaften ist das Frankfurter Standesamt bereits ausgebucht. Im Römer wird an diesem Tag sogar von 11.00 bis 23.00 Uhr getraut. Der November sei als Hochzeitsmonat normalerweise nicht so sehr nachgefragt, sagt Amtsleiterin Andrea Hart. "Das Schnapszahldatum spornt die jedoch Leute an."
Mit dem Rekord vom 9.9.1999 kann der Tag im November aber auch in der größten hessischen Stadt nicht mithalten. Damals schlossen den Angaben zufolge mehr als 100 Paare den Bund fürs Leben, vielen Bewerbern musste abgesagt werden.
Das droht dieses Jahr offenbar nicht. In Wiesbaden sind sogar noch Termine für den 11.11.11 frei, wie Standesbeamtin Elke Scheitler sagt. Bidlang zehn Trauungen seien geplant. In Kassel stehen dagegen 29 Ehen und eine Lebenspartnerschaft für das Schnapszahldatum auf dem Programm. Freitags seien es sonst maximal die Hälfte, sagt der stellvertretende Leiter des Standesamts, Frank Müsken.
Auch in Darmstadt haben sich die Beamten auf das besondere Datum vorbereitet. "Wir richten die Schnapszahltage extra so ein, dass bis zu 24 Trauungen möglich sind", sagt Standesamtsleiter Volker Rinnert. Gerade weil im November "nicht gerade Hochzeitshochsaison" herrsche, freue er sich über den Andrang. Bisher wollen sich 19 Paare am 11.11 das Ja-Wort geben - und einige zieht insbesondere die närrische Komponente des Termins an.
Unter den Paaren seien auch einige Fastnachter, sagt Rinnert. Deshalb begleite einige Hochzeiten ein Beiprogramm mit einem Funkenmariechen. "Wir gehen davon aus, dass einige Paare einen fastnachtlichen Segen abkriegen."
Egal ob Narr oder nicht: Auch auch in Marburg liegt die Zahl der Trauungen zum 11.11 über dem Schnitt. Dort trauen sich sieben Paare zu dem besonderen Datum. An einem Freitag seien "zwei bis drei Paare eigentlich schon eher viel", sagt der Standesbeamte Frank Belau. In Gießen herrscht nur ein wenig mehr Andrang als normal. Bisher seien sechs Paare vorgemerkt, mit weiteren Trauungen werde gerechnet. Normal seien freitags höchstens fünf Eheschließungen, sagt Standesbeamtin Lisa Newald.
Ähnlich sieht es in Fulda aus, wo acht Paare am Schnapsdatum den Bund fürs Leben schließen wollen. An anderen Freitagen sind es nach Angaben von Sprecher Harald Merz drei bis vier. Der Trend zu "Schnapszahlen" sei im vergangenen Jahrzehnt jedoch leicht zurückgegangen, sagt Merz. Die Fuldaer Statistik spricht für seine Angaben: Am 10.10.2010 heirateten 12 Paare, am 9.9.1999 immerhin 16 und am 8.8.1988 sogar 17 Paare.
dapd
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