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Sabrina Toepfer will mit Label "marvellous design" Modewelt erobern

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Sabrina Toepfer will mit Label "marvellous design" Modewelt erobern

08.11.2010, 15:11 Uhr | DAPD

Potsdam (dapd-lbg). Sabrina Toepfer plant gleich im großen Stil. "Es ist schwieriger, aus etwas Kleinem was Großes zu machen", meint sie. Deshalb will sie mit ihrem eigenen Mode-Label "marvellous design" sofort dorthin, wo sie ihre Kollektionen auch verkaufen will - ins Hochglanzgeschäft. Lieber Reklame in der "Cosmopolitan", denkt sie sich, als Anzeigen im Stadtanzeiger, statt Handzettel in der Nachbarschaft besser einen "zweisprachigen, weltweiten Online-Shop und eigenen Katalogversand für Deutschland, Österreich und die Schweiz".

Businessmode für Frauen möchte die 29-jährige Potsdamerin entwerfen. "Auf gehobenen Niveau", wie sie betont. Ihr Klientel sieht sie in der "jüngere Generation" zwischen 20 und 40. "Zu bieder, zu steif, zu hart" findet sie die Geschäftsmode, mit der sich Frauen heute kleiden. Sie selbst arbeitete in einem Unternehmen als Assistentin der Geschäftsleitung. Unter dem Dresscode "seriös" sei es "schwierig, etwas zu finden, was auch elegant, schick und gleichzeitig frisch ist", schildert sie ihre Erfahrung. Mit maßgeschneiderter und junger Mode will sie die vermeintliche Marktlücke bedienen.

An Ideen und Ehrgeiz für die Eroberung der Modewelt mangelt es Sabrina Toepfer nicht, am Geld schon. 150.000 Euro, so ihre Kalkulation, wären nötig, um ihr Label auf den Markt zu bringen. "Ich bin komplett auf Fremdfinanzierung angewiesen", sagt die Frau. Eine Möglichkeit, Geldgeber und Investoren zu finden, bietet der Businessplanwettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW). Die 16. Auflage der bundesweit erfolgreichen Gründerinitiative, aus der bislang 1.313 heute noch bestehende Unternehmen hervorgingen, ist gerade angelaufen.

Bis Ende Mai 2011 können sich Berliner und Brandenburger auf ihrem Weg von der Geschäftsidee zur eigenen Firma von Unternehmensberatern, Bankern, Juristen, Betriebswirtschaftlern, Managern begleiten und beraten lassen. Parallel zu Vorträgen und Seminaren können die Wettbewerbsteilnehmer Businesspläne schreiben, auf deren Grundlage Geldgeber wie Banken entscheiden, ob sich eine Investition lohnt oder nicht. "Viele Banken sind Partner des Businessplanwettbewerbs", sagt Matthias Haensch, Pressesprecher der Investitionsbank des Landes Brandenburg und BPW-Projektleiter. Die Entscheider bei Banken als betrachteten es als "Vorteil, wenn sich Gründer als geschulte Teilnehmer des Businessplanwettbewerbs vorstellen", sagt Haensch.

Auch Sabrina Toepfer hat am Businessplanwettbewerb teilgenommen, der für Haensch "eigentlich kein richtiger Wettbewerb ist, sondern eher ein Workshop, an dessen Ende die besten Geschäftspläne prämiert werden". Zweimal - 2009 und 2010 - beteiligte sich die Potsdamerin mit ihrer Idee vom eigenen Modelabel, für die sie im Rahmen des BPW ein betriebswirtschaftliches Konzept mit Kalkulationen, Umsatzprognosen, Marktanalysen und Marketingstrategien entwickelte. Im ersten Jahr lobte die Wettbewerbsjury ihren Businessplan als "sehr gelungen" und "professionell". Von 800 eingereichten Arbeiten platzierte sich Sabrina Toepfer mit ihrem Plan unter den Top 20. Sie wurde zu einem Gründer-Casting eingeladen und hielt plötzlich die Visitenkarten von gut einem Dutzend Bankern in der Hand.

"Ich hab mich bei allen vorgestellt", sagt sie. Hinter der Gesprächsbilanz stand letztlich aber ernüchternd eine Null. "Zum Teil waren die Gesprächspartner unvorbereitet und hatten meinen Businessplan gar nicht gelesen", berichtet Toepfer. Andere Banker schüttelten den Kopf: Zwar hielten sie das Geschäftsmodell an sich für tragbar, bewerteten es aber in der Wirtschaftskrise als zu riskant. Eine Bank verlangte 250 Euro Bearbeitungsgebühr, um ihr am folgenden Tag mitzuteilen, dass sie sich mit Mode nicht beschäftige.

Am Ende der Bank-Tour hatte Toepfer viel Erfahrung, aber keinen Cent gesammelt. Aufgegeben hat sie dennoch nicht. Sie meldete sich erneut für den Businessplanwettbewerb an und überarbeitete ihr Konzept. Das Urteil der Jury fiel diesmal wesentlich anders aus. Als "ein wenig naiv" und "nicht sehr überzeugend" schätzte sie Toepfers Idee ein.

Merit Schambach kennt es, für eine Geschäftsidee belächelt zu werden. Vor sieben Jahren nahm sie mit ihrem Mann am Businessplanwettbewerb teil. Sie wollten in einer eigenen Manufaktur Senf herstellen. "Neben all den IT- und Software-Ideen kam uns unsere Idee sehr profan vor", gesteht Merit Schambach.

"Auch die Urteile der Jury waren nicht superglänzend und unsere Marktanalyse wurde als wenig sinnig gesehen", erinnert sie sich. "Aber es ist wichtig, selbst dahinter zu stehen", sagt die Berlinerin. Inzwischen gibt es den Kreuzberger SenfSalon fast acht Jahre, die Feinkost-Kreationen verkaufen sich in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Auch Sabrina Toepfer ist überzeugt: "Meine Idee funktioniert, wenn ich erst mal darf."


DAPD  

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