21.12.2011, 19:44 Uhr | dapd
Der Zustand der sächsischen Wälder hat sich auf einem guten Niveau stabilisiert. "Von kleineren Beschwerlichkeiten abgesehen, erfreut sich unser Wald guter Gesundheit", sagte Umweltminister Frank Kupfer (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2011 in Dresden. Im Vergleich zum 2010 habe es keine nennenswerten Veränderungen gegeben.
In den vergangenen Jahren haben sich die Wälder von den Schäden aus den 1980er Jahren deutlich erholt. Komplett gesund sind 43 Prozent des Waldes. Als schwach geschädigt gelten 43 Prozent der Forste. 16 Prozent der Gesamtfläche sind noch deutlich geschädigt.
Besonders die Fichte hat sich gut erholt
Besonders gut geht es der Fichte. "Die Fichte war unser krankes Kind des Erzgebirges, heute ist sie der gesündeste Baum", sagte der Geschäftsführer des Staatsbetriebs Sachsenforst, Hubert Braun. Nur in den unteren Lagen schwächele das Nadelgewächs noch.
Sorgen bereiteten vor allem noch Buchen, Eichen und neuerdings auch Erlen, die vielerorts in schlechterem Zustand seien als Nadelbäume. Die Buchen bildeten aufgrund von Stoffwechselprozessen viele Früchte, dafür aber deutlich weniger Blätter, erklärte der Experte. Die Eichen seien erneut von Schädlingen wie dem Frostspanner und den Eichenwickler angegriffen worden.
Den Eschen setzt laut Braun eine Pilzerkrankung zu. Von 82 untersuchten Waldflächen mit Eschen seien nur drei frei von dem Baumpilz gewesen. Viele Bäume würden absterben. "Das ist wirklich ein Problem", sagte Braun. Die Wälder seien regelrecht verseucht. Das Phänomen gebe es bundesweit, eine Patentlösung habe man noch nicht. In Sachsen gibt es 521.000 Hektar Wald. Davon bewirtschaftet Sachsenforst 202.000 Hektar.
Mäuse richten sechs Millionen Euro Schaden an
Von den Schädlingen machten sich vor allem Mäuse an den Bäumen zu schaffen. Die Nager richteten 600 Hektar Totalschaden an zumeist jungen Pflanzen an, die auf Flächen gewachsen waren, die vom Orkan Kyrill frei gelegt wurden. Das entspricht einer Schadenssumme von sechs Millionen Euro, wie Braun erklärte. Die Bekämpfung der Schädlinge sei schwierig.
Kupfer kündigte eine Fortsetzung des Waldumbaus an. 1.300 Hektar sollen nächstes Jahr vor allem in den unteren Lagen des Erzgebirges und dem Leipziger Raum mit neuen Bäumen bepflanzt werden. Ziel ist der Umbau von Monokulturen in Mischwälder, die widerstandfähiger gegen die Klimaveränderungen sind. Die Schaffung von Waldbeständen mit natürlichen Strukturen in Sachsen wird laut Kupfer noch mindestens 40 Jahre dauern.
dapd
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