06.02.2012, 15:41 Uhr | dapd
In Hamburg sind bei Schafen und Heidschnucken die ersten Infektionen mit dem Schmallenberg-Virus festgestellt worden. Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts bestätigten den Verdacht bei vier missgebildeten Lämmern, wie die Gesundheitsbehörde der Hansestadt am Freitag mitteilte. Vier weitere Verdachtsfälle sollen noch untersucht werden. Eine Gefahr für Menschen bestehe nicht.
Erkrankungsfälle bei Schafen, Ziegen und Rindern wurden den Angaben der Behörde zufolge bereits aus 240 Betrieben in zehn weiteren Bundesländern gemeldet. Auch in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Großbritannien wurde das Virus nachgewiesen. Die in Hamburg betroffenen Lämmer stammen aus zwei Schafherden aus den Stadtteilen Bergedorf und Harburg.
Das Virus ist nach derzeitigem Kenntnisstand für Menschen ungefährlich. Forscher vermuten, dass das Virus durch Mückenstiche übertragen wird. Wegen der Winterkälte gehen die Fachleute vorerst nicht von Neuinfektionen durch Insektenstiche aus. Der Erreger führt bei erwachsenen Rindern, Schafen und Ziegen in der Regel nur zu leichten Erkrankungssymptomen.
Werden die Tiere jedoch in einer bestimmten Phase der Trächtigkeit infiziert, können Schäden in Form von Totgeburten oder Missbildungen auftreten. Die Hamburger Gesundheitsbehörde geht nach eigenen Angaben davon aus, dass Rinder, Schafe und Ziegen, die im vergangenen Jahr während der Trächtigkeit eine Infektion durchgemacht haben, weitere tote oder missgebildete Lämmer und Kälber zur Welt bringen werden. Impfstoffe gegen die Infektion stehen noch nicht zur Verfügung.
dapd
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