31.01.2012, 12:57 Uhr
Das Schmallenberg-Virus breitet sich immer mehr aus. (Quelle: dpa)
Angesichts der Ausbreitung der für Schafe und Rinder gefährlichen Schmallenberg-Viren wird der Ruf nach einem schnelleren Krisenmanagement bei neuen Tierkrankheiten laut. Es sei "ein viel zu schwerfälliges Verfahren", dass Anzeigepflichten für unbekannte Erreger heute nur gemeinsam mit dem Bundesrat eingeführt werden könnten, sagte die Agrarexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan, der Nachrichtenagentur dpa. Der Bund müsse die Möglichkeit erhalten, dies per Eilverfahren zunächst allein zu regeln. "Wir brauchen eine Kernsanierung des Tierseuchengesetzes", wie es im wesentlichen seit 1909 bestehe, forderte Happach-Kasan.
Der vor wenigen Monaten noch unbekannte Schmallenberg-Erreger kann bei Schafen, Rindern und Ziegen unter anderem zu Fehl- und Missgeburten führen. Seit vergangenen November wurde das Virus in Deutschland bei mehr als 100 Betrieben nachgewiesen. Am stärksten betroffen ist nach jüngsten Daten des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI/Insel Riems) das Bundesland Nordrhein-Westfalen (65 betroffene Betriebe). Es folgen Niedersachsen (26), Hessen (6), Schleswig-Holstein (5), Rheinland-Pfalz (3) und Baden-Württemberg und Thüringen (jeweils 1). Heute meldete als achtes Bundesland auch Brandenburg einen Fall.
Auch die Niederlande, Belgien, Großbritannien und Frankreich haben Fälle gemeldet. Im Frankreich wurde das Virus bislang in sechs Verwaltungsbezirken im Norden des Landes nachgewiesen. Betroffen sind nach jüngsten Angaben des Agrarministeriums Schafe in 13 landwirtschaftlichen Betrieben. Der erste Fall in dem Land war in der vergangenen Woche aus der Lothringen gemeldet worden.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte in der vergangenen Woche die Einführung einer Meldepflicht für das Schmallenberg-Virus angekündigt. Eine entsprechende Verordnung soll der Bundesrat Ende März beschließen, dann könnte sie in Kraft treten. "Die Schafzüchter wollen wissen, womit sie es zu tun haben", erklärt die Sprecherin des Landesbauernverbandes Niedersachsen, Gabi von der Brelie, in Hannover. "Das beunruhigt die Leute schon, notwendig ist ein Monitoring. Wir begrüßen, dass eine Meldepflicht kommt."
Ein Ministeriumssprecher erläuterte, bereits jetzt sei es den Behörden möglich, täglich ein aktuelles Lagebild zu erstellen. Mit den Ländern sei vereinbart worden, neue Fälle unmittelbar über das elektronische Tierseuchen-Nachrichtensystem (TSN) zu melden. "Auch wenn die amtliche Verordnung erst im März vom Bundesrat beschlossen wird, wird die Meldepflicht bereits jetzt praktiziert." Nutzer des Systems sind Veterinär-Stellen in Kreisen, Ländern und beim Bund.
FDP-Expertin Happach-Kasan sagte: "Es ist davon auszugehen, dass künftig häufiger bei uns nie beobachtete Tierkrankheiten auftreten werden." Hintergrund sei der globale Handel. "Auf diese Entwicklung müssen die zuständigen Stellen in Deutschland schnell reagieren können." Eine zügige Einführung von Anzeigepflichten ermögliche es auch, betroffene Bauern rascher aus der Tierseuchenkasse der Länder zu entschädigen. In der Seuchenbekämpfung sei zudem mehr auf Impfungen zu setzen, um das Töten von Tieren zu vermeiden. Die Forschung dafür müsse verstärkt werden.
Für Menschen besteht nach Behördenangaben kein Gesundheitsrisiko. Das Virus ist nach der Stadt Schmallenberg im Sauerland benannt, dort wurde der Erreger weltweit erstmals bei Rindern nachgewiesen.
Quelle: dpa
Schäfchen RosaRot schrieb:
am 31. Januar 2012 um 21:12:06
(35)
(4)
Virus
Da Schafe nur Gras fressen, denke ich eher an Pestizide, Gülle(die ja auch durchsetzt ist mit Medikamenten usw.), die diese armen
Tiere mutieren lassen. Schade, was wir mit unseren Tieren machen, weltweit ist abscheulich und bestialisch! Pfui!
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Tina schrieb:
am 31. Januar 2012 um 19:06:02
(40)
(2)
Seuche
Leider treten die Fälle auch in Kleinhaltungen auf. Da Tierbesitzer in die Tierseuchenkasse einbezahlen müssen, finde ich es nicht
in Ordnung, daß diese "staatliche" Versicherung den betroffenen Tierbesitzern keine Entschädigung bezahlen möchte. Beim Abkassieren der Versicherungsbeiträge sind sie da, aber wenn ein Schaden eintritt wird nicht gezahlt. Aber Schäfer sind ja auch keine Massentierhaltungen wie bei Geflügel von hunderttausenden von Tieren. Landschaftsschutz durch Schafe unerw
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KatharinaII schrieb:
am 31. Januar 2012 um 18:44:50
(46)
(0)
Hady
Da hast du leider Recht. Es ist sehr schwierig, die Leute aufzuklären und zusammen zu bringen. Wahrscheinlich muss es noch schlimmer
kommen, damit sich endlich was bewegt-
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