07.11.2010, 12:20 Uhr | DAPD
Hannover (dapd-nrd). Der designierte Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, bewertet die ungeklärte Frage der Endlagerung von Atommüll kritisch. Die Dauer der Strahlung der einzulagernden Brennelemente übersteige "das dem Menschen gegebene Maß", sagte Schneider am Sonntag vor der 11. EKD-Synode in Hannover. "Wir brauchen eine Energiepolitik, die nicht wieder neu auf Atomkraft setzt", betonte er. Die Verlängerung der Laufzeit der Atomreaktoren sehe er deshalb ebenfalls kritisch.
In Bezug auf den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan erinnerte Schneider an die Friedensdenkschrift der EKD aus dem Jahr 2007, die für jeden militärischen Einsatz "klare Zielsetzungen, ein umfassendes Konzept und eine Ausstiegsstrategie" postuliere. Deren Fehlen stelle die ethische Legitimation des Einsatzes in Afghanistan zurzeit infrage.
Schneider soll auf der am Sonntag begonnenen Synode der EKD in Hannover zum neuen Ratsvorsitzenden und damit zum Nachfolger von Margot Käßmann gewählt werden, die im Februar nach einer Autofahrt unter Alkohol, bei der sie von der Polizei angehalten wurde, von allen kirchlichen Ämtern zurückgetreten war. Seit dem Rücktritt hatte Schneider das Amt bereits kommissarisch übernommen. Die Wahlen sollen am Dienstag stattfinden.
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