30.03.2011, 16:35 Uhr | dapd
Hannover (dapd-nrd). Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hat Kritik an seinem Berliner Amtskollegen Hans-Peter Friedrich (CSU) wegen der Islamkonferenz zurückgewiesen. Es sei der richtig Weg, gemeinsam mit muslimischen Organisationen der Radikalisierung junger Menschen zu Islamisten entgegenzuwirken, erklärte Schünemann am Mittwoch in Hannover. "Kritik an diesem Ansatz ist nicht nachvollziehbar."
In Niedersachsen arbeiteten muslimische Verbände und Sicherheitsbehörden bereits erfolgreich in einer Projektgruppe "Antiradikalisierung" zusammen. Die Projektgruppe zähle mittlerweile 70 Mitglieder und trage auch Sorgen muslimischer Verbände wegen der Radikalisierung junger Menschen Rechnung.
Bundesinnenminister Friedrich war auf der Islamkonferenz mit dem Vorschlag auf Kritik gestoßen, auf Bundesebene eine ähnliche Sicherheitspartnerschaft ins Leben zu rufen. Sein Amtskollege Schünemann erklärte erneut, er teile Friedrichs Auffassung, dass der Islam kein Teil Deutschland sei.
Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) lobte unterdessen die gute Zusammenarbeit mit muslimischen Verbänden in Niedersachsen bei Religionsunterricht, Imamausbildung und in medizinischen Fragen wie der Organspende. Es sei Aufgabe der Politik, "die vier Millionen Menschen muslimischen Glaubens in Deutschland einzubinden", erklärte die CDU-Politikerin.
Deutschland sei ein Land mit christlich-jüdischen Wurzeln und mit einer christlich-abendländisch geprägten Kultur. "Wir müssen aber auch die Menschen muslimischen Glaubens, die hier gut integriert sind, als Teil unseres Landes akzeptieren", sagte Özkan.
dapd
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