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Schwaches Gesundheits- und Pflanzenschutzgeschäft bremst Bayer

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Schwaches Gesundheits- und Pflanzenschutzgeschäft bremst Bayer

28.02.2011, 11:14 Uhr | dapd

Leverkusen (dapd). Unerwartet schwache Geschäfte im Gesundheits- und Pflanzenschutzgeschäft und hohe Sonderaufwendungen belasten den Bayer-Konzern. Trotz eines Rekordumsatzes von 35,1 Milliarden Euro (plus 12,6 Prozent) sank der Nettogewinn des Leverkusener Unternehmens im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Im vierten Quartal schrieb der Konzern sogar rote Zahlen, wie er am Montag mitteilte.

In der für den Löwenanteil von Umsatz und Gewinn verantwortlichen Gesundheitssparte litt der Konzern vor allem unter Umsatzeinbußen in den USA, wo das Geschäft mit den Anti-Baby-Pillen der YAZ-Famillie durch preiswerte Generika spürbar zurückging. Außerdem belasteten Gesundheitsreformen in verschiedenen Ländern das Ergebnis.

Dagegen konnte der Konzern sein Gesundheitsgeschäft in den Wachstumsregionen Asiens, Lateinamerikas und Afrikas deutlich ausweiten. Insgesamt lag das operative Ergebnis (Ebit) der Gesundheitssparte um knapp 30 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bereinigt um Sondereinflüsse lag es auf Vorjahresniveau.

Die Pflanzenschutzsparte litt ebenfalls unter der wachsenden Generika-Konkurrenz, die bei Herbiziden zu einem deutlichen Preisverfall führten. Hinzu kamen laut Konzernchef Marijn Dekkers ungünstige Witterungsbedingungen in fast allen Regionen. Das operative Ergebnis (Ebit) der Sparte brach um mehr als zwei Drittel ein. Auch bereinigt um Sondereinflüsse lag das Minus bei mehr als 20 Prozent.

Dagegen profitierte die Kunststoffsparte MaterialScience vom weltweiten Wirtschaftsaufschwung und erreichte beim Umsatz wieder das Vorkrisenniveau. Hatte der Konzern hier im Vorjahr beim Ebit noch einen Verlust von 266 Millionen Euro ausweisen müssen, so erzielte die Sparte 2010 bereits wieder ein operatives Ergebnis von 780 Millionen Euro.

Belastet wurde das Bayer-Ergebnis im vergangenen Jahr allerdings auch durch Einmalaufwendungen in Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro. Darunter waren allein 405 Millionen Euro an Abschreibungen für den Firmennamen Schering, der in der neuen Markenstrategie des Konzerns keine Rolle mehr spielt. Außerdem wurden mehr als 700 Millionen Euro für Rechtsstreitigkeiten aufgewendet.

Für das laufende Jahr ist der Konzern optimistisch. Dekkers betonte, Bayer rechne mit einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatzanstieg von vier bis sechs Prozent. Dies entspreche einem Konzernumsatz zwischen 35 und 36 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll von 7,1 in Richtung 7,5 Milliarden Euro gesteigert werden.

Das Wachstum der Pharmasparte werde allerdings 2011 noch nicht mit der allgemeinen Marktentwicklung mithalten, sagte der Bayer-Chef. Erst 2012 werde die Sparte durch neue Produkte wie dem Gerinnungshemmer Xarelto an Wachstumsdynamik gewinnen. Insgesamt erwartet der Konzern für 2012 ein währungs- und portfoliobereinigtes Umsatzwachstum von etwa fünf Prozent und ein bereinigte Ebitda in der Größenordnung von acht Milliarden Euro.


dapd  

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