12.01.2011, 15:14 Uhr | DAPD
Dresden (dapd-lsc). Mit der umstrittenen Ehrung von Russlands Regierungschef Wladimir Putin hat der Dresdner Semperopernball vor zwei Jahren bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die Auszeichnung Putins mit dem sächsischen Dankesorden stieß bei Menschenrechtlern auf wenig Verständnis. Dem Image des Balls hat das offenbar nicht geschadet. Wenn das Spektakel an diesem Freitag erneut über die Bühne geht, werden Bundespräsident Christian Wulff sowie viele prominente Künstler und Entertainer unter den Gästen sein. Doch nun stoßen das Konzept der Veranstaltung und der Kartenverkauf auf Kritik.
"Der Semperopernball 2011 wird ein atemberaubendes Erlebnis", verspricht Ball-Chef Hans Joachim Frey. Zum sechsten Mal verwandelt sich die Oper in der historischen Altstadt Dresdens in einen gewaltigen Ballsaal. Die Karten sind seit Monaten ausverkauft. Rund 2.200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur wollen ein rauschendes Fest feiern. Vor der Oper auf dem Theaterplatz steigt ein Open-Air-Ball. Dort werden tausende Dresdner erwartet, um selbst bei Regen und Kälte zu feiern. Dirigent Gotthilf Fischer verwandelt den Platz zum Auftakt in eine Freiluftbühne.
In der Oper rücken die Prominenten ins Rampenlicht. Ex-Bundespräsident Roman Herzog soll mit dem Semperopernball-Orden in der Kategorie Politik geehrt werden. Til Schweiger erhält einen Orden für kulturelle Verdienste. Bundespräsident Wulff und Ehefrau Bettina haben ihr Kommen ebenso angesagt wie UNICEF-Botschafter und Filmstar Christopher Lee. Rund 80 Debütanten-Paare werden zu Walzermusik durch den Saal wirbeln. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Ehefrau Veronika eröffnen mit einem Tanz die Ballfläche für die Gäste.
Vor zwei Jahren gab es Misstöne. Während der Preisverleihung an Putin, der einst als Agent für den russischen Geheimdienst KGB in Dresden stationiert war, erhoben sich kritische Stimmen. Ehemalige Bürgerrechtler verwiesen auf undemokratische Entwicklungen in Russland. Ministerpräsident Tillich lobte damals Putins Verdienste für die Kultur und dankte ihm für die Hilfe bei der Rückführung dreier Gemälde, die im Zweiten Weltkrieg als Beutekunst nach Russland kamen.
In diesem Jahr riefen das Konzept und angeblicher Schwarzhandel mit Karten Kritik am Ball hervor. Die neue Opern-Intendantin Ulrike Hessler nannte den Ball zu wenig opernhaft. Das Spektakel sei eine Unterhaltungsshow für die Zuschauer des MDR, der das Hauptprogramm live im Fernsehen überträgt, monierte Hessler. Gleichzeitig wurden Vorwürfe laut, dass rund 450 Flanierkarten zum Preis von je 180 Euro nur an zwei Hotels und wenige Einzelpersonen vergeben wurden. Die Hotels sollen die Tickets in teuren Arrangements an auswärtige Gäste verkauft haben.
Ball-Chef Frey wies die Kritik zurück. Rund 44 Prozent der Gäste des Balls seien Dresdner, betonte Frey. "Der Semperopernball lockt außerdem wieder einmal Besucher aus der ganzen Welt nach Dresden", sagte er. Auf der Bühne stünden erstklassige Künstler: Beispielsweise der deutsche Tenor Jonas Kaufmann oder Sängerin Ina Müller. "Der Ball wird wieder großartig, ein rauschendes Fest."
DAPD
Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de
Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Nie wieder offline - endlos surfen & simsen. Nummer mitnehmen und 25,- € sichern. von congstar.de