06.02.2012, 11:57 Uhr | dapd
Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft fordert eine gesetzliche Grundlage für den Einsatz privater Unternehmen zum Schutz vor Piraterie. An Kampfhandlungen sollten sich die Mitarbeiter der Sicherheitsfirmen dabei allerdings nicht beteiligen, mahnte der Geschäftsführer des Verbands, Harald Olschok, im dapd-Interview. "Wir wollen keine Söldner auf deutschen Schiffen", betonte er. Die Wachleute sollten vor allem präventiv wirken.
Die Bundesregierung plant ein Zertifizierungsverfahren, durch das der Einsatz privater Sicherheitsfirmen auf deutschen Schiffen ermöglicht werden soll. Olschok kritisierte die Pläne und forderte, zuerst eine rechtliche Grundlage zu schaffen und sich dann um ein Zertifizierungs- oder Lizenzierungsverfahren Gedanken machen. Nötig sei "eine spezialgesetzliche Regelung, wie dies etwa für die Sicherheitskontrollen an Flughäfen oder den Schutz von Kernkraftwerken bereits existiert".
Sicherheitskräfte ausländischer Unternehmen fahren auf mehreren ausgeflaggten Schiffen deutscher Reeder bereits mit. Hier gilt das Recht des jeweiligen Flaggenstaates. Wenn es für deutsche Wachfirmen Rechtssicherheit gäbe, würden die Reeder eigenen Angaben zufolge auch wieder mehr Schiffe unter deutscher Flagge fahren lassen, sagte Olschok.
dapd
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