18.03.2011, 08:25 Uhr | dapd
Radebeul (dapd-lsc). Der Urenkel Sitting Bulls (1831 bis 1890) hat sein Buch über den legendären Indianerhäuptling am Donnerstagabend im Karl-May-Museum in Radebeul vorgestellt. Er sei der erste Nachfahre, der die Geschichte des Stammeshäuptlings und Medizinmannes aufgeschrieben habe, sagte der 63 Jahre alte Ernie La-Pointe. In den bisher erschienen Biografien steckten reichlich Fehler.
"Mein Urgroßvater hat zum Beispiel an der Schlacht am Little Bighorn gar nicht teilgenommen, weil er von einem rituellen Sonnentanz viel zu erschöpft war", sagte er. Indianer hätten die Geschichten über den berühmten Vorfahren bisher aber immer nur weitererzählt, die schriftlichen Biografien stammten zumeist von Weißen. Nach der Präsentation im Museum las La-Pointe vor rund 250 Besuchern in einem Radebeuler Hotel aus seinem 140 Seiten starken Buch vor.
La-Pointe will das Werk, das in diesem Jahr beim Traumfänger Verlag in deutscher Sprache erschienen ist, in den kommenden Tagen bei der Leipziger Buchmesse präsentieren. Laut Verlag ist das Buch das erste, dass einen indianischen Blick auf das Leben Sitting Bulls wirft. Der Sioux-Häuptling gilt als wichtigster Führer im letzten indianischen Freiheitskampf von 1869 bis 1876, in dem ein US-Kavallerieregiment um General George Custer vernichtet wurde. Sitting Bull wurde später bei seiner Gefangennahme erschossen.
dapd
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