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Solar-Millennium-Pleite: Bis zu 15.000 Kleinanleger betroffen

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Bis zu 15.000 Kleinanleger von Solar-Millennium-Pleite betroffen

03.01.2012, 13:51 Uhr | dapd

Von der Solar-Millennium-Pleite sind wahrscheinlich weit mehr Kleinanleger betroffen als zunächst bekannt. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) schätze nun, dass bis zu 15.000 Anleger betroffen sein könnten, sagte ein Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd. Die gute Nachricht: Die meisten haben mit durchschnittlich 12.000 Euro wohl weniger angelegt als die sonst üblichen 20.000 Euro.

So oder so sei es die schlimmste Firmenpleite für Privatanleger seit zwei Jahren, sagte der Sprecher. Insgesamt schulde der Erlanger Solarkraftwerkshersteller ihnen 226 Millionen Euro.

Kurz vor Weihnachten hatte Solar Millennium Insolvenz beantragt. Seitdem haben sich bereits rund 800 Anleger bei der SdK gemeldet, um sich von dem Verein gemeinsam im Insolvenz-Prozess vertreten zu lassen. Der Insolvenzverwalter Volker Böhm wolle sich voraussichtlich erst am Donnerstag zur Lage äußern, sagte dessen Sprecher.

Die vielen von Solar Millennium enttäuschten Kleinanleger könnten allerdings heftige Konkurrenz im Verteilungskampf um die Insolvenzmasse bekommen: Mehrere große Firmen hatten dem Solarkraftwerkshersteller noch kurz vor der Insolvenz Millionenbeträge geliehen. Damit sollten Projekte in den USA und Spanien gerettet werden.

Der Essener Industriedienstleister Ferrostaal beispielsweise gab Solar Millennium noch 2011 ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von rund 40 Millionen Euro. Damit sollte ein Kraftwerkspark in Spanien vorfinanziert werden. Man habe "allerdings Vorkehrungen getroffen", teilte eine Ferrostaal-Sprecherin mit. An Ferrostaal hält Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech eine Sperrminorität.

Auch der nordrhein-westfälische Projektentwickler Solarhybrid könnte in Kürze zu den Groß-Gläubigern gehören, die mit den Kleinanlegern in Konkurrenz treten werden. Die Firma aus Brilon hatte Solar Millennium kurz vor der Pleite rund 7,6 Millionen Euro geliehen. Das Geld war als Darlehen gedacht, das auch als Vorschuss für das zum Verkauf stehenden US-Geschäft hätte gelten können. Beide Firmen hatten schon vor der Pleite über den Verkauf von Solarparks im Südwesten der USA verhandelt.

Auch nach der Insolvenz bleibe Solarhybrid an einem Kauf interessiert, sagte Finanzvorstand Albert Klein der Nachrichtenagentur dapd. Falls der Verkauf jedoch wegen der Insolvenz nun nicht mehr klappt, würde Solarhybrid sich ebenfalls bei den Gläubigern einreihen, sagte er.

Solar Millennium hatte bei der Insolvenz erklärt, dass die Pleite viel mit dem gescheiterten Verkauf des US-Geschäfts an Solarhybrid zu tun habe. "Wir wissen, dass unsere Transaktion für das Unternehmen von großer Bedeutung war, ebenso wie die Finanzierung ihres spanischen Projektes und die Platzierung einer Unternehmensanleihe, die leider kurz vor Insolvenzantrag gescheitert sind", sagte Klein. Auch Ferrostaal war mit 30 Prozent am US-Finanzierungsgeschäft beteiligt.


dapd  

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