20.12.2011, 12:27 Uhr | dapd
Wegen der Insolvenz des Solarzellen-Hersteller Solon drohen Bund und Ländern Verluste in Millionenhöhe. Die Bundesrepublik sowie die Länder Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hatten im vergangenen Jahr Bürgschaften für 80 Prozent der Kreditsumme in Höhe von insgesamt 146 Millionen Euro übernommen. Wegen der Insolvenz müssen die Steuerzahler nun voraussichtlich für einen Teil dieser Summe aufkommen.
Unter anderem weil die Bürgschaften nicht verlängert worden waren, hatte das Unternehmen Zahlungsunfähigkeit anmelden müssen. "Dem Land Berlin war das Risiko zu hoch, die Kredite der Firma mit weiteren Steuergeldern abzusichern", erklärte dapd eine Sprecherin des Berliner Finanzsenators Ulrich Nußbaum. Berlin habe für Kredite im Umfang von etwa 38 Millionen gebürgt, Mecklenburg-Vorpommern für rund 10 Millionen. Für weitere etwa 70 Millionen stehe der Bund ein, das Restrisiko in Höhe von rund 28 Millionen Euro liege bei den Kreditgebern.
Die Arbeitnehmervertretung bei Solon zeigte sich nach dem ersten Treffen mit dem Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg zuversichtlich. "Sein Ziel ist ganz klar die Fortführung des Betriebs", sagte Betriebsratschefin Sabine Lutze dapd. Er habe "deutlich signalisiert, dass er mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten will", fügte Lutze hinzu.
Führende Solarexperten erwarten eine deutliche Marktkonzentration. Claudia Kemfert, Umweltökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sagte dapd: "Wir rechnen in den kommenden Jahren zunehmend mit Fusionen in der deutschen Solarbranche."
Volker Quaschning, Professor für regenerative Energien an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, erwartet nach der Solon-Insolvenz sogar weitere Pleiten. "In etwa fünf Jahren haben wir voraussichtlich einen konsolidierten Markt, zwar mit weniger, dafür aber mit größeren Wettbewerbern", sagte er.
Zwtl.: Konkurrenz aus China verschärft den Wettbewerb
Laut Kemfert haben die Kosten und der Wettbewerb aus dem Ausland zugenommen. "Vor allem Billiganbieter aus China drängen mittlerweile auf den deutschen Markt", erklärte sie. Besonders aufgrund der geringeren Produktionskosten in Asien hätten es deutsche Unternehmen schwer, sich auf dem heimischen Markt zu behaupten.
Quaschning zufolge haben die Asiaten auch beim Poker um wichtige Rohstoffe geschickter agiert. "Viele deutsche Unternehmen sitzen heute auf teuren Langfrist-Verträgen für Silizium, den wichtigsten Rohstoff in der Branche", sagte er. In Zeiten großer Nachfrage in Deutschland und weltweiter Silizium-Knappheit hätten deutsche Firmen so ihren Rohstoff-Nachschub sichern wollen. In den letzten Jahren sei der Silizium-Preis jedoch wieder gefallen. Ausländische Konzerne könnten deshalb heute deutlich billiger auf dem freien Markt einkaufen.
In Deutschland sei die Sonnenenergie-Branche jahrelang "überfördert" worden. "Es gab eine regelrechte Blase", sagt Kemfert. Viele Unternehmen hätten sich deshalb zu stark auf den Binnenmarkt konzentriert. "Es ist deshalb jetzt wichtig, dass die deutschen Solarunternehmen ihr Auslandsgeschäft ausbauen", empfiehlt Kemfert. Besonders in den USA, Asien und dem europäischen Ausland beginne jetzt der Solarboom.
dapd
Mattner schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 19:49:05
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Dank an die Politiker
Mit Steuergeldern großzügig umgehen gehört zu Ihren einzigen Fähigkeiten.
3%Photovoltaik kosten uns Unsummen
Subventionen.
Berlin ist mittler weile das Griechenland von Deutschland.
mehr
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