13.02.2012, 16:19 Uhr | dapd
Ein von der SPD vorgestelltes Konzept für eine Gemeinschaftsschule in Bayern stößt auf scharfe Kritik in der Regierungskoalition und bei Lehrerverbänden. Die Gemeinschaftsschule sei wie keine andere Schulform in der Lage, die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen in den Blick zu nehmen, sagte der SPD-Bildungsexperte Martin Güll am Montag bei der Präsentation des "Altmühltaler Plans". Dagegen kritisierte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) das SPD-Konzept als Schritt in die pädagogische Vergangenheit.
Beim "Altmühltaler Plan" handelt es sich um ein von Schulexperten unter SPD-Anleitung entwickeltes Modell für eine Gemeinschaftsschule in den beiden oberbayerischen Gemeinden Denkendorf und Kipfenberg. Das Konzept sieht unter anderem eine gemeinsame Sekundarstufe von der fünften bis zur zehnten Jahrgangsstufe vor. Anschließend können die Schüler sowohl den qualifizierenden Hauptschulabschluss als auch einen Realschulabschluss erreichen, oder auf eine berufliche oder gymnasiale Oberstufe wechseln. "Das Konzept mit längerem gemeinsamen Lernen wird viele Eltern begeistern", zeigte sich Güll überzeugt.
"Diese Schulform wird es in Bayern nicht geben", betonte dagegen Kultusminister Spaenle. Die "Gemeinschaftsschule" habe als Gesamtschule in der Bildungsgeschichte versagt. "Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler wurden nicht genug gefordert, leistungsschwächere nicht genügend gestärkt", sagte der Minister. Das von der SPD vorgelegte Konzept würde der differenzierten und qualitätsvollen bayerischen Schullandschaft einen "nicht wieder gutzumachenden Schaden" zufügen.
Zur Verbesserung der individuellen Förderung ist nach Auffassung des Bildungsexperte der CSU-Landtagsfraktion, Georg Eisenreich, keine neue Schulart notwendig. Eine zunehmend heterogenere Schülerschaft sei bereits Realität in allen Schularten. Es sei der verkehrte Weg, dieses Phänomen in einer Gemeinschaftsschule noch weiter zu verstärken.
Als "Sammelsurium an Vorschlägen", kritisierte die FDP-Bildungspolitikerin Renate Will das SPD-Konzept. Hier werde wider besseres Wissen die pädagogische Arbeit vieler Lehrkräfte infrage gestellt.
Kritik kam auch vom Bayerischen Philologenverband (bpv). "Wer die Gemeinschaftsschule als alternatives Schulmodell in Bayern will, zeigt, dass er nicht lernfähig ist", sagte Verbandspräsident Max Schmidt. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Schüler von Gemeinschaftsschulen schlechtere Leistungen erzielten als ihre Altersgenossen an anderen Schultypen.
Ähnlich argumentierte die Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl), Ursula Lay. Sie nannte das SPD-Konzept "höchst bedenklich". In einer Gemeinschaftsschule würden die hochbegabten Schüler gebremst und schwache Schüler abgehängt.
Die Grünen im Landtag forderten dagegen eine Öffnungsklausel im Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz. Nur so könnten weitergehende Schulmodelle, insbesondere Gemeinschaftsschulen, in die Realität umgesetzt werden.
dapd
Ludwig II schrieb:
am 13. Februar 2012 um 17:14:22
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(0)
Schulkonzept
Wir werden uns doch nicht in unser bewehrtes Konzept reinpfuschen
lassen. Überall, wo die Sozis regieren sind die Leistungen
der Schüler
zurückgegangen. Warum spricht man denn mit Hochachtung vom
bayrischen Abitur? Die Gesamtschule anstelle des 3gliedrigen Systems
einzuführen, wäre verantwortungslos!
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