25.02.2011, 12:56 Uhr | dapd
Stuttgart (dapd-bwb). Rund vier Wochen vor der baden-württembergischen Landtagswahl haben die Fraktionen von SPD und Grünen Pläne für eine gemeinsame Bildungspolitik vorgestellt. Unter dem Leitmotiv "Von unten entwickeln statt von oben verordnen" soll dabei eine engagierte Bürgerschaft mehr Einfluss auf die Bildung ihrer Kinder nehmen können, wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Nils Schmid und sein Kollege von den Grünen, Winfried Kretschmann, am Freitag in Stuttgart sagten.
Dabei sollen Beteiligte auch pädagogische Schulkonzepte mitbestimmen können. "Individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes ist das Ziel, und die Schulform ist das Instrument", sagte Kretschmann. Entscheidend sei allerdings, Reformen nicht gegen den Willen der Beteiligten von oben zu verordnen.
Zugleich kritisierten beide, dass das Kultusministerium in den vergangenen Jahren über 60 Anträge auf Einführung innovativer und integrativer Schulentwicklungskonzepte abgelehnt habe.
Als Schulform befürworten die beiden Politiker die Gemeinschaftsschule für alle Kinder bis zur zehnten Klasse. Diese biete neben Standortsicherung mehr Chancengleichheit. Gerade für den ländlichen Raum sehen Schmid und Kretschmann darin die Chance, vielfältige Bildungsangebote wohnortnah zu erhalten. Denn dort drohe wegen des allgemeinen demografischen Schülerrückgangs die Schließung zahlreicher Schulstandorte.
Daneben soll das Angebot an Ganztagsschulen ausgebaut werden und ein Elternwahlrecht statt einer verbindlichen Grundschulempfehlung eingeführt werden.
dapd
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