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Stadt Freiburg kritisiert Veranstalter von "Sea of Love"

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Stadt Freiburg kritisiert Veranstalter von "Sea of Love"

19.07.2011, 09:16 Uhr | dapd

Freiburg (dapd-bwb). Nach der offenbar nur knapp verhinderten Panik beim Festival "Sea of Love" am Wochenende in Freiburg zieht die Stadt erste Konsequenzen. Bei derartigen Veranstaltungen werde die Stadt vorerst nicht mehr mit dem Veranstalter Mehr Seen Festival GmbH zusammenarbeiten, sagte der erste Bürgermeister, Otto Neideck, am Montag in Freiburg. Das Unternehmen sei angesichts der 25.00 Besucher "überfordert" gewesen. Nun droht dem Ausrichter des Musikfestivals ein Bußgeldverfahren.

Wegen Überfüllung hatte es den Polizeiangaben zufolge große Probleme bei dem Festival, das an mehreren Veranstaltungsorten stattfand, gegeben. Es seien zu wenig Ordner im Einsatz und Fluchtwege blockiert gewesen. Laut der Stadt Freiburg hatten die Veranstalter sich zudem nicht an die Auflage gehalten, kostenloses Trinkwasser bereitzustellen.

Die Polizei musste mehrmals einschreiten. So drängten sich den Angaben nach am Freitagabend bei einer Tanzveranstaltung 2.000 Personen in eine bereits mit 6.500 Personen gefüllte Halle. Als die nachrückenden Personen abgewiesen wurden und sich beschwerten, musste die Polizei eingreifen. Verletzt wurde niemand.

Angesichts von zu wenig Ordnern und fehlender Kommunikationsmittel hätten die Veranstalter den Besucherandrang zum zehnten Techno-Musikfestival am Freitag und Samstag nicht mehr bewältigen können, sagte der Freiburger Kriminaldirektor Bernd Belle. Gegen die Vorschrift seinen Fluchtwege verstellt worden. Erst durch das Öffnen von Fluchtgittern durch die Polizei sei der Druck von 2.000 Menschen auf den Halleneingang der Freiburger Messe entschärft worden.

Die Rettungswege zu den Camping-Zonen neben der Messehalle und angrenzende Gebiete seien rechtswidrig mit Zelten vollgestellt sowie Zufahrtstraßen mit Wildparkern verstopft gewesen, beklagte Belle. Die Straßen konnten erst am nächsten Morgen wieder freigegeben werden. Auch an der Autobahnunterführung zum Tunisee, dem zweiten Veranstaltungsort, sei es am Samstag zu gefährlichen Situationen gekommen. Die Besuchermassen hätten sich vor dem Durchgang gestaut, woraufhin einige Teilnehmer den direkten Weg über die Autobahn gewählt hätten.

Auch am Samstag hatten der Polizei zufolge mehrmals Einsatzkräfte ausrücken müssen, als mehrere Festivalbesucher eine Autobahn überquerten. Sie waren auf dem Weg zu einem Shuttlebus gewesen, der sie zu einem anderen Veranstaltungsort bringen sollte. Weil sehr viele Besucher gleichzeitig unterwegs waren, war es bei zwei Unterführungen zu größeren Rückstaus gekommen. Deshalb waren mehrere Personen die Böschung zur Autobahn hinaufgestiegen und hatten dort die Fahrbahn überquert.

Die Polizei erwäge, dem Veranstalter möglicherweise die Kosten des Einsatzes aufzuerlegen, sagte ein Polizeisprecher. Die Stadt Freiburg prüfe zudem ein Bußgeldverfahren, sagte eine Sprecherin.

Laut Neideck gab jedoch es zu keinem Zeitpunkt eine vergleichbare Situation mit der bei der Loveparade in Duisburg im vergangenen Jahr. "Ein Vergleich mit Duisburg ist falsch", sagte Neideck.

Am Rande der Veranstaltung hatte es laut der Polizei auch Verletzte gegeben. So habe sich ein Mann bei einem Sprung in den Tunisee verletzt. Er musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden.


dapd  

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