07.11.2011, 13:17 Uhr | dapd
Im Münchner Stadtgebiet werden immer häufiger Wildtiere gesichtet. Vor allem die Population der Kaninchen sei wegen des guten Wetters im April und Mai "regelrecht explodiert", sagte der Bayern-Vorsitzende des Deutschen Falkenordens, Wolfgang Schreyer, der Nachrichtenagentur dapd in München. Der Berufsfalkner und seine Kollegen wollen in den kommenden Monaten 300 bis 400 Wildkaninchen mit Greifvögeln jagen.
"Wir wollen die Tiere in der Stadt nicht ausrotten", sagte Schreyer. Die Zahl der Kaninchen müsse aber eingedämmt werden, weil die Tiere in Grünanlagen Schäden anrichteten. Außerdem breiteten sich in zu großen Kaninchenpopulationen leicht Krankheiten aus, an denen die Tiere stürben. Die Kadaver lägen dann in den städtischen Grünanlagen.
Neben der steigenden Zahl von Kaninchen beobachtet der Stadtjäger dank des guten Nahrungsangebots etwa in Form von Essensresten zunehmend Marder und Füchse in der Stadt. Schreyer beklagt einen "absoluten Fütterungswahn" des Menschen. Marder richten ihm zufolge jährlich "viele Tausend Euro" Schaden an Autos an. Die Tiere werden schließlich mit einem Geruchsspray vertrieben oder mit Lebendfangfallen gejagt und teilweise außerhalb der Stadt ausgesetzt.
Außerdem geht Schreyer gegen Gänse vor, von denen es in München derzeit 700 bis 800 Exemplare gibt. Sie verschmutzen massiv Grünflächen, wie er sagt, und werden mit Hilfe von Greifvögeln verdrängt.
dapd
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