16.01.2011, 18:48 Uhr | DAPD
Regensburg (dapd-bay). Während sich die Hochwasserlage in Teilen Bayerns am Wochenende entspannt hat, sind die Wasserstände am schiffbaren Main und der schiffbaren Donau weiter angestiegen. Wie der Hochwassernachrichtendienst mitteilte, traten am Main bei steigender Tendenz am Sonntag Ausuferungen und Überschwemmungen der zweithöchsten Meldestufe 3 auf. Die Hochwasserwelle befand sich am Vormittag unterhalb von Schweinfurt. Stromabwärts stiegen die Pegelstände weiter an. Würzburg rechnete in der Nacht zum Montag mit einer zweiten Flutwelle. In Regensburg entspannte sich die Lage. In Passau wurde nach leichter Entspannung eine neue Flutwelle erwartet
Bei den nördlichen Donauzuflüssen meldete der Hochwassernachrichtendienst stagnierende und fallende Wasserstände. An der Donau lag der Scheitel am Sonntagvormittag im Raum Pfelling. Stromabwärts bis oberhalb von Passau stieg das Donauhochwasser noch an. In den betroffenen Gebieten waren zahlreiche Straßen überflutet, Grundstücke standen unter Wasser, Keller liefen voll.
Lage in Regensburg und Würzburg entspannt
Wesentlich undramatischer als befürchtet war die Hochwasserlage am Wochenende in Regensburg. Dort stieg das Wasser der Donau langsamer, als noch am Freitag erwartet. Die mobilen Hochwasserschutzwände wurden nicht überströmt. Am Samstagabend war ein Hochwasserhöchststand von 6,27 Metern erreicht worden.
Auch in Würzburg entspannte sich die Situation. Für Montagmorgen wurde dort zwar eine zweite Hochwasserwelle erwartet, diese sollte aber Prognosen zufolge deutlich niedriger ausfallen als zunächst befürchtet. Ein Sprecher der Stadt vermeldete am Sonntagvormittag "deutliche Entspannung" und eine "massive Abflachung" der Pegel im Verlauf des Mains. "Die zweite Hochwasserwelle dürfte auf dem Niveau der ersten bei rund 6,30 Meter liegen", sagte der Sprecher. Noch am Samstag hatten die Experten 6,70 Meter befürchtet. Laut der neuen Prognose werden die Hochwasserschutzwände nicht nur in der Innenstadt, sondern auch im Stadtteil Heidingsfeld ausreichen. Genügend Sandsäcke seien vorhanden.
In Passau sanken die Wasserstände am Samstag, da der Inn und seine Zuflüsse stark fielen. Am Sonntag wurde am Pegel Passau allerdings nochmals ein Wiederanstieg der Wassermassen von 10 bis 20 Zentimetern erwartet. Vom Deutschen Wetterdienst wurde für die nächsten Tage überwiegend niederschlagsfreies, mildes Wetter prognostiziert.
Finanzminister verspricht steuerliche Hilfe
Für die vom Hochwasser geschädigten Bürger in Bayern bewilligte Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) unterdessen steuerliche Hilfe. Sein Ministerium gab am Samstag einen umfangreichen Maßnahmenkatalog "zur Vermeidung unbilliger Härten" bekannt. Danach können unter anderem Steuern gestundet, Vollstreckungsmaßnahmen hinausgeschoben und Steuervorauszahlungen gemindert werden. Ferner können Sonderabschreibungen vorgenommen und steuerfreie Rücklagen gebildet werden. du
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