14.02.2012, 17:05 Uhr | dapd
In ihrer Jubiläumssaison wartet die Stiftung Schloss Neuhardenberg mit "großen Namen und streitigen Themen" auf. Schauspielerin Iris Berben eröffnet die zehnte Saison der Stiftung am 10. März mit einer mehrstündigen Lesung aus dem autobiografischen Prosatext "Der Schmerz" von Marguerite Duras, wie der Generalbevollmächtigte der Stiftung, Bernd Kauffmann, am Dienstag sagte. Für das Jubiläumsprogramm seien vor allem Künstler eingeladen worden, die der Stiftung seit Anbeginn verbunden seien. So würden Schauspielstars wie Sophie Rois, Corinna Harfouch, Susanne Lothar, Sylvester Groth, Joachim Król, Ulrich Matthes, Samuel Finzi, Jörg Gudzuhn und Boris Aljinovic in Neuhardenberg erwartet.
Schloss Neuhardenberg - eine Stiftung der Sparkassen-Finanzgruppe - hatte im Mai 2002 die Arbeit aufgenommen. Seither besuchen den Angaben zufolge zwischen 40.000 und 45.000 Menschen jährlich die Lesungen, Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen in dem östlich von Berlin gelegenen historischen Ensemble im Land Brandenburg. Zudem spazierten rund 100.000 Menschen jährlich durch den Park.
Mit einem Tag zu Ehren des Komponisten Helmut Lachenmann würdigt die Stiftung am 31. März einen der wichtigsten Exponenten der zeitgenössischen Musik, wie Kauffmann ankündigte. Zu einem Gespräch "über den abwesenden Herrn Sloterdijk" anlässlich des 65. Geburtstages des Philosophen kämen Wolfgang Rihm, Durs Grünbein und Sibylle Lewitscharoff nach Neuhardenberg.
Die erste große Ausstellung in diesem Jahr beschäftige sich mit dem System der sowjetischen Zwangsarbeitslager, sagte Kauffmann. Die Schau "Gulag. Spuren und Zeugnisse 1929-1956" sei in Zusammenarbeit mit dem von Andrej Sacharow gegründeten Menschenrechtszentrum "Memorial" Moskau und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora entstanden. Erstmals werden Kauffmann zufolge damit die von "Memorial" zusammengetragenen Gegenstände außerhalb Russlands öffentlich gezeigt. Begleitet wird die Ausstellung unter anderem mit einer Lesung, in der die Schauspielerin Corinna Harfouch aus den "Erzählungen aus Kolyma" des Gulag-Häftlings Warlam Schalamow liest.
Zu einem "Theater der Lüfte" mit Musik und mythischen Wesen lädt die Stiftung am 19. Mai in den Schlosspark ein. Die traditionelle Neuhardenberg-Nacht präsentiert - wiederum bei freiem Eintritt - in diesem Jahr das niederländische Close-Act Theatre, das von Künstlern aus Münster und Leipzig gegründete Theater Titanick sowie ein von Pyrotechnikweltmeister Joachim Berner komponiertes Feuerwerk.
(http://www.schlossneuhardenberg.de)
dapd
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