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Strahlenschutzbehörde hält an Rückholung der Asse-Abfälle fest

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Strahlenschutzbehörde hält an Rückholung der Asse-Abfälle fest

04.01.2012, 20:41 Uhr | dapd

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hält an der Bergung der radioaktiven Abfälle aus dem Atommülllager Asse fest. Ziel sei es, unter den extrem schwierigen Randbedingungen die größtmögliche Sicherheit bei der Stilllegung der Grube zu realisieren, sagte ein Behördensprecher am Mittwoch in Remlingen. "Das kann nach aktuellem Kenntnisstand nur die Rückholung sein", betonte er.

Die Zeit zur Umsetzung der Rückholungsoption dränge jedoch. Der schlechte Zustand des Grubengebäudes zwinge alle Beteiligten zu schnellem Handeln, was aber nicht zulasten der Sicherheit gehen dürfe, sagte der Sprecher.

Bei der Sanierung des maroden Atommülllagers bedarf es nach Ansicht von SPD-Chef Sigmar Gabriel gemeinsamer und verstärkter Anstrengungen der beteiligten Ministerien und Behörden. "Das Verfahren zur Rückholung der radioaktiven Abfälle braucht den absoluten Willen aller, dieses größte Strahlenschutzproblem Europas in den Griff zu kriegen", sagte Gabriel am Mittwoch bei einem Besuch der Schachtanlage Asse im niedersächsischen Remlingen. In Begleitung anderer SPD-Politiker war Gabriel zuvor in das Bergwerk eingefahren.

Das Bundesumweltministerium, das Niedersächsische Umweltministerium und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sollten umgehend eine "Task Force" bilden, um die Bergung des Atommülls zu realisieren, erklärte Gabriel. An der Spitze dieser Task Force müssten Entscheidungsträger wie Staatssekretäre oder Abteilungsleiter stehen.

Das Verfahren zur Rückholung des Atommülls könne nur funktionieren, wenn die zuständigen Minister auch persönlich Verantwortung übernähmen, sagte der SPD-Vorsitzende weiter. Solange die Politiker nicht dazu bereit seien, könne man dies auch nicht von den Beschäftigten verlangen. "Was nicht geht ist abzuwarten, bis das, was man sich nicht öffentlich zu sagen traut, dann doch passiert." Gabriel warf Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und dessen niedersächsischem Amtskollegen Hans-Heinrich Sander (FDP) vor, sich nicht eindeutig zur Räumung des Atommülllagers zu bekennen.

Kurz vor Weihnachten war ein interner Vermerk aus dem BfS bekannt geworden. Darin hatten sich Bergbauexperten der Behörde skeptisch geäußert, ob die Rückholung des Atommülls wegen des enger werdenden Zeitfensters noch zu realisieren sei. Die Standsicherheit des Grubengebäudes gilt nur noch für höchstens 20 Jahre als gewährleistet.

Landesumweltminister Sander hatte daraufhin erklärt, er sehe nun ebenfalls kaum noch Chancen für die Bergung der Abfälle. Später relativierte der Minister diese Äußerung wieder. Umweltschützer werfen beiden Ministerien schon länger vor, die Rückholung nicht zu wollen und stattdessen eine Flutung des Bergwerks zu favorisieren.

Gabriel erinnerte am Mittwoch daran, dass der Beschluss zur Räumung des vom Einstürzen und Volllaufen bedrohten Bergwerks vor zwei Jahren Ergebnis eines wissenschaftlichen Vergleichs mehrerer Varianten zur Schließung der Asse gewesen sei. "Nur so ist die Langzeitsicherheit zu gewährleisten", sagte der SPD-Chef. Niemand habe das damals in Zweifel gezogen.


dapd  

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