02.09.2011, 15:18 Uhr | dapd
Wummernde Bässe, großflächige Fernseher und Tausende Technikfans: Die 51. Auflage der ElektronikmesseIFA hat am Freitag in Berlin ihre Tore für das Publikum geöffnet. In Scharen strömen die Besucher auf die weltweite Leitmesse für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Schon Stunden zuvor warteten Tausende Menschen vor den geschlossenen Eingängen. Sie wollten als erste die neuesten Produkte der Branche in den Händen halten und ausprobieren.
Ein Standmitarbeiter des Pioneer-Konzerns stöhnt: "Es ist voll, schauen Sie sich doch nur um." Um ihn herum: Breakdanceer, Nachwuchs-DJs an Soundsystemen und mit Werbetüten behängte Messegäste. Hinter ihm - versteckt im abgesperrten Bereich - werben Vertriebsmitarbeiter in Vier-Augen-Gesprächen um neue Großkunden.
Auf dem Messegelände unter dem Berliner Funkturm präsentieren mit 1.400 Unternehmen mehr Aussteller als je zuvor ihre Trends. Mit 140.200 Quadratmetern Fläche ist es die größte IFA aller Zeiten. Der Geschäftsführer der Messe Berlin, Christian Göke, verspricht "die beste IFA ihrer Geschichte".
Im Blickpunkt stehen in diesem Jahr 3D-Fernseher, flache Tablet-Computer sowie intelligente und vernetzte Haushaltselektrogeräte. Bis Mittwoch (7. September) erwarten die Veranstalter der weltweit größten Messe ihrer Art rund 235.000 Besucher. Der größte Andrang steht traditionell an diesem Wochenende bevor.
Zum Messeauftakt machen Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) einen Rundgang über die Messe. Sie duellieren sie sich beim 3D-Motorradrennen, lassen sich eine Küche erklären, in der Spül- und Waschmaschine von unterwegs an- und ausgeschaltet werden können, und schauen gemeinsam auf etliche Flachbildfernseher.
Rösler zeigt sich beeindruckt: "Hier kann man nicht nur die digitale Welt ansehen und anfassen, sondern auch erleben." Ihn interessiere das 3D-Fernsehen am meisten. Wowereit ist begeistert von den intelligenten Haushaltsgeräten. Es sei spannend, dass die Geräte schon eingeschaltet seien, wenn man von der Arbeit nach Hause komme, sagt er.
Einem Rentnerpaar ist das Gedränge in den Hallen schon nach zwei Stunden zu viel. "Wie die Affen im Zoo", schimpft die betagte Dame über den Messetrubel. Ihre Begleiter nickt zustimmend. Doch Rentner sind am ersten Besuchertag die Ausnahme. Es sind vor allem junge Männer, Anzugträger aus Asien und ganze Schulklassen, die sich auf der Messe tummeln.
Einige Hallen sind in blaues Licht gedimmt, aus den Boxen schallen pathetische Hymnen oder Popmusik. Auf hochauflösenden Bildschirmen, die sich mitunter bis zur Hallendecke stapeln, sind Sportereignisse, Animationsfilme oder Naturaufnahmen zu sehen. Hostessen verteilen Werbebroschüren oder halten hochwertige Geräte in die Höhe.
Unterdessen haben in Halle 2.2 vier Hostessen einen eher ruhigen Job. Besucher sind an ihrem Stand Mangelware. Der Grund: Sie haben die Aufgabe, die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) zu promoten.
dapd
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