08.10.2010, 15:47 Uhr | DDP
Erfurt (dapd-lth). Die Landesapothekerkammer Thüringens rechnet mit starken finanziellen Verlusten durch das geplante Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes. Wie die Standesorganisation am Freitag mitteilte, kommt damit auf jede Apotheke im Freistaat ein Einsparzwang von mehr als 20.000 Euro zu.
"In dem Gesetz werden die Apotheken zwar nicht ausdrücklich erwähnt, trotzdem wird es uns mit voller Härte treffen", sagte Kammerpräsident Ronald Schreiber. Seinen Angaben zufolge gibt es in Freistaat insgesamt etwa 570 klein- und mittelständische Apotheken. Sie hätten kaum Chancen, die befürchteten Einsparungen durch gutes Wirtschaften auszugleichen.
Laut Schreiber will Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) bei der Reform des Arzneimittelmarktes eine Änderung und gleichzeitige Kürzung der Großhandelsfinanzierung durchsetzen. Vertreter des Großhandels wiederum hätten bereits angekündigt, die entstehenden Einbußen von bundesweit etwa 500 Millionen Euro an die Marktpartner weiterzugeben. Thüringens Kammerpräsident verglich dies mit der Anhebung der Mineralölsteuer. Die werde auch nicht von den Konzernen bezahlt, sondern von den Kunden an der Tankstelle. Bei Röslers Gesetzesvorhaben seien die Apotheken die Kunden, die die Zeche zahlen müssten.
dapd
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