01.12.2010, 13:59 Uhr | DAPD
Burladingen (dapd-bwb). Der Chef des Textilunternehmens Trigema, Wolfgang Grupp, fordert für persönlich haftende Unternehmer Steuervorteile. "Denen, die die persönliche Haftung für ihr Tun übernehmen, müssen 50 Prozent Steuerrabatt eingeräumt werden," sagte der aus der Fernsehwerbung bekannte Manager am Mittwoch am Unternehmenssitz in Burladingen (Baden-Württemberg). Gleichzeitig solle die Höchststufe der Einkommensteuer für Unternehmer auf 60 Prozent heraufgesetzt werden.
Grupp hatte im vergangenen Monat angekündigt, sein bisher als GmbH Co. KG firmierendes Unternehmen ab 1. Januar 2011 als "eingetragener Kaufmann" (e.K.) mit persönlichem Risiko zu leiten, und andere Wirtschaftsverantwortliche aufgerufen, seinem Beispiel zu folgen. Bei der Rechtsform e.K. haften die Einzelkaufleute für Schulden des Unternehmens mit ihrem gesamten Vermögen.
Ein Unternehmer müsse persönlich haften, "um Größenwahn vorzubeugen", sagte Grupp. In der schwierigen Textilbranche habe es in den letzten Jahren einige Insolvenzen gegeben. "Alle sind sie nicht wegen zu hoher Löhne, sondern wegen ihres Größenwahns und eigenem Unvermögen gescheitert", sagte Grupp. Viele Manager würden zu sehr auf Stückzahlen, statt auf Innovationen setzen.
Grupp hatte die traditionelle Trikotwarenfabrik 1969 von seinem Vater übernommen. 2009 erwirtschaftete der nach eigenen Angaben größte Hersteller von Sport- und Freizeit-Bekleidung Deutschlands mit 1200 Beschäftigten einen Umsatz von 85 Millionen Euro.
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