Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Regionales > Bayern >

Trojaner entzweit Innen- und Rechtspolitiker

...

Trojaner entzweit Innen- und Rechtspolitiker

11.10.2011, 07:41 Uhr | dapd

Union und FDP haben einen Konfliktstoff: Den Bundestrojaner. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) forderte am Dienstag einen besseren Schutz der Privatsphäre. Dagegen warf der innenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU) der Ministerin vor, sie schicke die Ermittler scheinheilig in eine rechtliche Grauzone. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verteidigte den Einsatz der Computerprogramme im Freistaat. Polizeigewerkschaften forderten mehr Professionalität im Umgang mit sogenannten Trojanern.

Mit dem sogenannten Staatstrojaner kann nach Angaben des Chaos Computer Clubs (CCC) nicht nur die Kommunikation überwacht, sondern der Computer komplett ferngesteuert werden. Dies ist nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Online-Durchsuchung rechtswidrig. Als erstes Bundesland musste Bayern einräumen, den Staatstrojaner verwendet zu haben. Dabei blieb allerdings offen, welche Aktionen mit dem Programm im einzelnen ausgeführt wurden.

Leutheusser-Schnarrenebrger sagte dem Düsseldorfer "Handelsblatt": "Der Bürger muss durch strikte staatliche Kontrollmechanismen vor Ausschnüffelei geschützt werden - im öffentlichen wie auch im privaten Bereich." Bund und Länder müssten den Einsatz des Trojaners gemeinsam aufklären.

Uhl sagte, wer wie Leutheusser-Schnarrenberger den Strafverfolgungsbehörden präzise Rechtsgrundlagen für ihre Arbeit verweigere, dürfe sich nicht darüber beklagen, dass die Ermittler tatsächlich fehlende Regelungen angeblich nicht beachteten. Alle Bundes- und Landesbehörden brauchten klare Einsatzregeln, sagte Uhl der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Herrmann sagte, er könne nicht erkennen, dass die bayerische Polizei und die Justiz gegen Gesetze verstoßen hätten. "Es geht um Maßnahmen, die in der Strafprozessordnung des Bundes klar geregelt sind und die das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich für die Verfolgung schwerer Verbrechen für zulässig erklärt hat", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, sagte der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" mit Blick auf Bayern: "Wenn nur die Hälfte dessen stimmt, was berichtet wurde, dann wackelt die Wand."

Die Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bernhard Witthaut, sagte der "Leipziger Volkszeitung", die Bürger müssten sich darauf verlassen können, dass sich die Behörden an die vom Bundesverfassungsgericht gesetzten Regeln halten. "Bevor wir als Polizei derartige Untersuchungen anlaufen lassen, müssen wir sicher wissen, dass Staatsanwaltschaften und Richter befähigt sind, die Zulässigkeit der eingesetzten Methoden zu beurteilen", sagte er.

Die Polizeigewerkschaft (DPolG) forderte einen Software-TÜV für behördliche Spionageprogramme. Künftig dürften die Sicherheitsbehörden nur noch Programme verwenden, die unabhängige Experten eingehend geprüft und freigegeben hätten", sagte DPolG-Chef Rainer Wendt der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

CCC-Sprecher Frank Rieger, forderte einen präzisen Katalog zugelassener Ermittlungsprogramme, ohne Unschärfen und Grauzonen. Allerdings lasse sich nur schwer nachweisen, dass ein Programm nicht missbraucht werden könne. "Denn man kann nur sehr schwer nachweisen, dass Software eine bestimmte Funktion nicht hat", sagte er der Zeitung "Die Welt".

Unions-Bundestagsfraktionsvize Günter Krings (CDU) warf dem CCC vor, die Sicherheitsbehörden des Bundes leichtfertig unter Generalverdacht gestellt zu haben. Bisher gebe es keinerlei Belege dafür, dass die analysierte Software tatsächlich illegal eingesetzt worden sei, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung".


dapd  

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Trojaner entzweit Innen- und Rechtspolitiker" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Trojaner entzweit Innen- und Rechtspolitiker" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (3)

zum Forum

Thema: "Trojaner entzweit Innen- und Rechtspolitiker"

John schrieb: am 11. Oktober 2011 um 16:58:27
(3) (0) Welcher Rechtsstaat?
@Alois: Wo dieser Trojaner eingesetzt wird, ist dadurch der Rechtsstaat schon abgeschafft. Bundestrojaner und Rechtsstaat sind Gegensätze.

Kommentar melden

Heinrich schrieb: am 11. Oktober 2011 um 11:03:35
(3) (3) Die bayerische Bevölkerung erwartet von der bayerischen Staatsregierung (CSU), dass sie für die öffentliche Sicherheit alles unternimmt. Die Verbrecher haben in Bayern keine Chance. Die linke Ideologie hat die Bevölkerung bereits in den 60-er Jahren abgel
Es wurde bereits in den 60er-Jahren von der RAF(Rote Armee Fraktion)versucht,die parlamentarische Demokratie abzuschaffen.Die Ausbildung erfolgte in Jordanien und Syrien.Diese linksextreme terroristische Vereinigung,die für 34 politische Morde,zahlreiche Banküberfälle usw. verantwortlich ist,konnte sich aber bei der Bevölkerung nicht durchsetzen.Deshalb haben sie
damals beschlossen,dass sie leise durch die Institutionen wandern,damit die Leute das nicht merken.Wo sitzen die jetzt?
mehr Kommentar melden

Alois schrieb: am 11. Oktober 2011 um 10:54:14
(3) (5) Unser Rechtsstaat und die öffentliche Sicherheit müssen mit allen technischen Mitteln geschützt werden. Hierfür ist der Bundestrojaner eine tolle Sache. In Bayern gibt es kein Pardon für Verbrecher.
Terroristen, Kriminelle (+Wirtschaftskrim.),andere Gefährder u. sog.Schläfer müssen wissen, dass wir die Freiheit und Sicherheit in der westlichen Hemisphäre mit allen Mitteln verteidigen werden. Es darf nicht mehr vorkommen, dass sich Terroristen bei uns ungeschoren bewegen können. Auch unsere ausländischen Freunde müssen sich auf uns verlassen können. Bei Linken kann man sich ihre Kritik, was die Sicherheit betrifft,
erklären. Wo die wahren Gründe bei der FDP liegen ist unklar.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Riesiger Fernsehgenuss
Knüller knallhart bei euronics.de

Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de

Einkaufswelt
Premium-Freizeitmode
BRAX - Premium-Mode vom Passformspezialisten

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Schauspielerin schockt mit Armen des Grauens
Meg Ryan und die Arme des Grauens (Quelle: Splash)

Wer übertreibt hier mit Fitnesswahn? mehr

Rentner verunglücken mit Bummelzug
Der Bummelzug wollte einer Kuhherde ausweichen und verunglückte (Quelle: dapd)

Fahrer wollte Kuhherde ausweichen. mehr


Anzeigen

Anzeige
Ganz nah dran:
Bayern

Alle Infos und Nachrichten aus Bayern. mehr

Nachrichten aus Ihrer Stadt
Berlin
Als Standard festlegen
Anzeige
Einkaufswelt
Ein Muss für Vielsurfer
Ein Muss für Vielsurfer - nie wieder offline - endlos surfen und simsen von congstar.de

Nie wieder offline - endlos surfen & simsen. Nummer mitnehmen und 25,- € sichern. von congstar.de

ANZEIGE
Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige