27.04.2011, 10:02 Uhr | dapd
Bamberg (dapd-bay). Zum 25. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe hat der Bund Naturschutz (BN) in Bamberg mit der Enthüllung eines Mahnmals an die Folgen des Reaktorunfalls erinnert. "Wir verneigen uns vor den Opfern dieser menschengemachten Katastrophe", sagte der bayerische BN-Landesvorsitzende Hubert Weiger am Dienstag. Zuvor hatte er im Beisein des Oberbürgermeisters die Steinskulptur von Jin Mo Kang bei der Friedensbrücke eingeweiht. Durch das Reaktorunglück im japanischen Fukushima erhalte die Gedenkfeier zudem eine "fürchterliche Aktualität", betonte Weiger.
Das Kunstwerk des südkoreanischen Künstlers stellt eine auf dem Rücken liegende Schildkröte dar. Auf dem Bauchpanzer ist eine Weltkarte eingraviert. Bereits im Jahr 1988 veranstaltete der BN einen bundesweiten Künstlerwettbewerb für das Denkmal, den Kang gewann. Die Skulptur stehe als Symbol der wehrlosen Natur gegenüber der radioaktiven Verseuchung, teilte der BN mit.
"So wie Hiroshima und Nagasaki als ewige Mahnmale für den Einsatz der Atombombe gelten, wird Tschernobyl als Mahnmal für die Überheblichkeit technokratischer Regierungen stehen", sagte Weiger vor 150 Anwesenden. Er forderte zugleich die Bundesregierung auf, der Atomenergie den Rücken zuzukehren.
Am 26. April 1986 war es im Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine zu einer Kernschmelze gekommen. Die Explosion des Atommeilers setzte radioaktiven Niederschlag über weiten Teilen Europas frei.
dapd
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