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Umstände beim Krampnitz-Verkauf immer zwielichtiger

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Umstände beim Krampnitz-Verkauf immer zwielichtiger

07.02.2012, 21:43 Uhr | dapd

Die Umstände beim Verkauf der Potsdamer Krampnitz-Kasernen werden immer zwielichtiger. Nach der Aussage eines Gutachters am Dienstag vor dem Untersuchungsausschuss zur Immobilienaffäre sieht die Opposition ihren Verdacht bestätigt, dem Land sei durch den Verkauf ein finanzieller Schaden entstanden. Auch der einstige potenzielle Investor wurde schwer belastet.

Der Gutachter Klaus-Peter Keunecke, der als Zeuge im Ausschuss gehört wurde, rechtfertigte die Bewertung des Geländes durch sein Büro mit 25 Millionen Euro. Dies habe sich aus den vorliegenden Unterlagen ergeben, sagte er. Kurz zuvor war das einst landeseigene Areal von der Brandenburgischen Boden Gesellschaft (BBG) für nur rund vier Millionen Euro an ein Firmengeflecht um den Hannoveraner Anwalt Ingolf Böx verkauft worden.

Aus den Unterlagen sei hervorgegangen, dass ein Teil des 120 Hektar großen Areals sogenanntes Bauerwartungsland sei und dort Wohnbebauung vorgesehen sei, sagte Keunecke. Ohne diese Annahme wäre sein Büro sicherlich auf einen niedrigeren Wert gekommen.

Ein Gutachten, dass vor dem Verkauf des Kasernen-Geländes 2007 erstellt wurde, hatte es auf nur 3,9 Millionen Euro geschätzt. Laut Opposition ging dieses Gutachten noch von einer weniger lukrativen Nutzung als Sport- und Freizeitpark aus. Die Brandenburgische Bodengesellschaft (BBG) habe dies offensichtlich nicht korrigiert, sagte Grünen-Fraktionschef Axel Vogel.

Gutachter: Thylander wollte Preis künstlich nach oben treiben

Auch eine weitere Aussage Keuneckes sorgte für Aufsehen. So soll die dänische Thylander Gruppe, die das Gelände offenbar kaufen wollte, versucht haben, den Wert des Grundstückes künstlich in die Höhe zu treiben. "Thylander hat versucht, uns umzustimmen", sagte der Sachverständige. Sein Büro sollte das Gelände auf 40 Millionen Euro schätzen. Dies sei aber abgelehnt worden.

Warum Thylander dies versuchte, ließ Keunecke offen. Er deutete allerdings an, dass sich der Unternehmer davon ein höheres Darlehen von der Bank versprochen haben könnte. Im Jahr 2008 hatte sich Thylander schließlich zurückgezogen.

Opposition sieht Verdacht bestätigt

Während die Opposition das 25-Millionen-Gutachten für realistisch hielt und deshalb den Verdacht bestätigt sah, dass dem Land durch den Verkauf Schaden entstanden ist, bezweifelten SPD und Linke die Aussagekraft des Papiers. Das in nur zwei Wochen erstellte Gutachten stehe auf tönernen Füßen, sagte Linke-Obmann Christian Görke. Die mögliche Bebaubarkeit der Fläche sei lediglich in einer per E-Mail übermittelten Gesprächsnotiz festgestellt worden. SPD-Obmann Mike Bischoff bezeichnete das Gutachten als "Gefälligkeitsgutachten", das auf "unrealistischen Voraussetzungen" basiere.

Mit Spannung erwartet worden war auch die Befragung von Unternehmensberater Thilo Steinbach. Angeblich soll er das Geschäft gemeinsam mit dem damaligen Finanzminister Rainer Speer (SPD) und dem Unternehmer Franz Marczinek arrangiert haben. Die drei saßen im Vereinsvorstand des örtlichen Fußball-Drittligisten SV Babelsberg 03. CDU-Mitglied Steinbach räumte zwar ein, mit an den "Planungen" für Krampnitz befasst gewesen zu sein. Mit seinem Freund Speer habe er darüber aber nicht gesprochen. Den übrigen Fragen der Ausschussmitglieder wich er größtenteils aus.

Er sei dennoch davon überzeugt, dass Steinbach den Deal damals eingefädelt hatte, sagte Vogel. Mit Blick auf das Auftreten des 48-Jährigen als Zeuge fügte er hinzu: "Er hat gut abgeblockt."


dapd  

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