08.02.2011, 09:06 Uhr | dapd
Gorleben (dapd-nrd). Eine Woche vor dem neuerlichen Besuch von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) im Wendland haben Umweltschützer ihre Forderung nach einer Aufgabe des Endlagerstandortes Gorleben bekräftigt. In dem Salzstock dürfe keinesfalls ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll eingerichtet werden, erklärte am Montag Greenpeace.
Der für die Endlagerung der Abfälle vorgesehene Bereich im Salzstock sei "offenbar komplett von Gaseinschlüssen durchzogen". Die Umweltorganisation berief sich auf bislang unveröffentlichte Untersuchungsberichte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die jetzt im Auftrag von Greenpeace ausgewertet worden seien.
Nach Greenpeace-Angaben hat die BGR in sämtlichen Gesteinsproben des betreffenden Bereichs Gas und flüssige Kohlenwasserstoffe gefunden. Sie habe auch Gasanteile von bis zu 45 Prozent nachgewiesen, die von außen in den Salzstock eingedrungen seien. Der von Greenpeace mit der Bewertung der BGR-Berichte beauftragte Geologe Ulrich Schneider komme in seiner Studie zu dem Schluss, "dass eine sichere Lagerung hoch radioaktiven Atommülls in Gorleben unmöglich ist, da der Salzstock seine notwendige Barrierefunktion gegenüber der Umwelt nicht erfüllt".
Greenpeace forderte Röttgen erneut auf, die Endlagerpläne in Gorleben zu stoppen und das Endlagerkonzept in Salz grundsätzlich zu überprüfen. "Es gab in der Vergangenheit Wege für das Gas in den Salzstock und damit kann es auch in Zukunft über diese Risse und Klüfte zu Wanderungen von Gas, Wasser oder Radionukliden kommen", sagte der Atomexperte der Organisation, Mathias Edler.
Die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg sprach von einem "herben Rückschlag" für die Befürworter des Salzstocks Gorleben. "Wir haben nun die Nase gestrichen voll und empfehlen Röttgen, am kommenden Montag in Hitzacker klarzustellen, dass Gorleben als Endlagerstandort nicht länger infrage kommt", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Röttgen will am Montag vor dem Lüchow-Dannenberger Kreistag seine Gorleben-Pläne erläutern.
dapd
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