26.01.2011, 11:51 Uhr | DAPD
Köln (dapd-bln). Die umstrittene Berliner Lehrerin Ursula Sarrazin hat die Kritik an ihren Unterrichtsmethoden zurückgewiesen. "Meine Schüler bekommen die Debatte mit, aber sie sind erstaunt darüber, weil sie mich nicht als besonders streng empfinden", sagte Ursula Sarrazin am Dienstagabend in der ARD-Talkshow "Menschen bei Maischberger". Elternvertreter werfen der Frau des ehemaligen Berliner Finanzsenators und Ex-Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin (SPD) einen autoritären Unterrichtsstil sowie verbale Ausfälle vor und fordern ihre Versetzung.
Sie kenne persönlich weder die Eltern noch den Vorsitzenden des Landeselternausschusses, Günter Peiritsch, die die Vorwürfe gegen sie erhoben hätten, sagte Sarrazin. "Ich weiß nicht, wie Herr Peiritsch zu den Vorwürfen kommt, er hat seine Informationen ausschließlich von Dritten", fügte sie hinzu. Sie unterrichte derzeit ganz normal weiter. Medienberichten zufolge hat sich Sarrazin zum kommenden Schuljahr beurlauben lassen. In "Menschen bei Maischberger" schloss sie nicht aus, ein Buch zu schreiben, wenn sie nicht mehr unterrichte.
Sarrazin kritisierte in der Talkshow das gesunkene Bildungsniveau an deutschen Schulen. "Das Bildungsniveau ist in dem Sinne weniger geworden, als dass die Kinder weniger abfragbares Wissen haben", sagte Ursula Sarrazin. Dafür könnten sich die Schüler aber "besser selbst darstellen" als früher. Die Lehrerin gab an, mit ihrem Mann in Bildungsfragen grundsätzlich einer Meinung zu sein. Auch habe Thilo Sarrazin, der mit provokanten Integrations-Thesen in seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" für Aufsehen gesorgt hatte, "einiges von mir übernommen", sagte die Lehrerin.
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