08.02.2012, 17:44 Uhr | dapd
Der Botschafter der USA in Deutschland, Philip D. Murphy, hat seine Besuche von Lutherstätten in Deutschland fortgesetzt. Nach seinem Aufenthalt Anfang des Jahres in Wittenberg besuchte er am Mittwoch die Lutherstadt Eisleben, in der der Reformator Martin Luther (1483-1546) geboren wurde und auch starb. Dabei bekräftigte Murphy, er wolle bei seinen Landsleuten für einen Besuch der Lutherstätten Eisleben, Wittenberg und der Region werben. Gleichzeitig rief er junge Menschen im Land auf, an Austauschprogrammen teilzunehmen. Sie seien dann "bessere Weltbürger."
Die Luther-Gedenkstätten in Eisleben stehen seit Dezember 1996 auf der Kulturerbeliste der UNESCO. Zu ihnen gehören das im September 2007 wieder eröffnete Geburtshaus und das Museum "Luthers Sterbehaus", das gegenwärtig saniert wird und ab September für Besucher wieder zugänglich sein wird.
Gemeinsam mit dem amerikanischen Generalkonsul für Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, Mark J. Powell, besuchte Murphy das Geburtshaus des Reformators, das heute ein Museum ist, und die Taufkirche St. Petri-Paul, die seit einem Jahr restauriert wird. Am 29. April soll die Kirche wieder eröffnet werden.
Murphy sagte, nach seinen jüngsten Besuchen sehe er viele Möglichkeiten für seine Landsleute, sich auf Luthers Spuren zu begeben. Dafür böte sich das Reformationsjubiläum an. 1517 hatte Luther laut Überlieferungen seine 95 Thesen gegen den päpstlichen Ablasshandel an die Schlosskirche von Wittenberg geschlagen. Mit Blick auf das Leben und Wirken des Reformators fügte der Botschafter hinzu, das von Luther beschriebene Recht auf die individuelle Freiheit der Religionsausübung habe wie vor knapp 500 Jahren nicht an Kraft verloren.
Die Oberbürgermeisterin der 25.000 Einwohner zählenden Stadt im Mansfelder Land, Jutta Fischer (parteilos), bezeichnete das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 als "eine Chance für Eisleben". Jede Stadt, die mit Luther in Verbindung steht, müsse diese nutzen, fügte sie hinzu. Fischer hofft auf eine Patenschaft mit einer Stadt aus den USA und bat dabei den Botschafter um Unterstützung.
Jährlich besuchen etwa 30.000 Menschen die Lutherstätten in Eisleben. Hinzu kommen nach Angaben der Stadt 30.000 bis 40.000 Individualtouristen, von denen wiederum die Hälfte allein wegen Luther die Stadt besucht. Außerdem werden jährlich zum größten Volksfest Mitteldeutschlands - den Eisleber Wiesen - rund 500.000 Gäste gezählt.
dapd
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